Neue Wege des Sehens und Denkens

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Mit bei Inter!m: Lindenhof- Schauspieler und Regisseur Siegfried Bühr.  Foto: 

„Selber mache ich das Kamel“, sagt Siegfried Bühr. Doch das ist eine unzulässige Verkürzung, denn er gibt streng genommen den „Illusionisten“ des theatralischen Spiels um Wahrnehmung und Wahrheit: er wird dem Publikum auf der Heidengraben-Wiese glaubhaft versichern, dass es kein Kamel zu sehen gibt. Darüber hinaus hat der Schauspieler und Regisseur Bühr, in den vergangenen Jahren durch seine Arbeit in Tübingen und Melchingen (zuletzt Anfang 2017 „Die Windmüller“), bekannt, viele Performances zu inszenieren.

In den zurückliegenden Tagen  haben sich die Schauspieler und Musiker bereits kennen lernen können und mit den Vorproben begonnen, vorläufig in Hülben und Grabenstetten und noch nicht auf dem Festival-Areal. Dort geht es dann Anfang September richtig los, wenn die bildenden Künstler mit dem Aufbau begonnen haben, denn die künstlerischen Installationen sind Auslöser für das Szenische.

Dieses Miteinander der unterschiedlichen Kunstsparten oder Gewerke ist eine zentrale Idee – und sie scheint nicht nur ein viel versprechendes Ergebnis zu bringen, sondern während des Entstehungsprozesses auch Erkenntnisgewinn. „Inter!m sucht!“ lautet das Motto des Festivals, bei dem mit den Mitteln der Künste neue Wege des Sehens, Wahrnehmens und Denkens begangen werden. Hiesige und internationale Künstlerinnen und Künstler aus den Gebieten der Architektur, Bildhauerei und Installation, Musik, Performance und Theater werden eine weiträumige Wiese und den benachbarten Wald in der geschichtsträchtigen Region Heidengraben bespielen, dort wo einst die größte Keltensiedlung Europas lag.

Von Samstag, 16. September, bis Dienstag, 3. Oktober, steigt das „Inter!m-Festival zwischen Grabenstetten, Erkenbrechtsweiler und Hülben. Tagsüber können die Besucher (bei freiem Eintritt) das Festivalgelände selbstständig erkunden und die Installationen der acht bildenden Künstler für sich entdecken.

Insgesamt 16 Stationen

An sieben Abenden wird zu einem über zweistündigen Parcours unter freiem Himmel eingeladen, bei dem an 16 Stationen musikalische und theatralische Performances zu erleben sind, die sich teils auf die künstlerischen Installationen beziehen, teils eigenständige Inszenierungen sind, etwa Susanne Hinkelbeins „Hier gibt es nichts zu sehen“ mit dem Kamel Leila.

Die Ouvertüre bildet die Aufführung von „Suche Heidengraben“, einer innovativen Komposition von Gisela O’Grady-Pfeiffer. Das Werk, das sich mit der Veränderung der Landschaft über die Jahrtausende beschäftigt, wird von einem Projektchor unter Leitung von Daniel Kasparian uraufgeführt. Weiter geht es mit der Performance „gesucht.Felsen.gefunden“, die an die Installation „Fullhouse“ von Yena Young anknüpft und Eintragungen aus den Gipfelbüchern zur „Suche am Lauereckfelsen“ verwendet.

Benoit Maubrey verwandelt einen Acker in ein sprechendes archäologisches Feld, aus dem über vergrabene Lautsprecher „Stimmen aus dem alten Hülben“ zu hören sind, Via Lewandowsky geht es um eine gescheiterte Suche, und Nándor Angstenberger spielt „Quasitio“ – „Ich seh’ etwas, was du nicht siehst“ – mit Suchscheinwerfern aus Wollfäden.

Weitere mit Installationen beteiligte Künstler sind Susken Rosenthal, Stefanie Zoche, Christian Hasucha, Johannes Brunner und Rainer Ritz, dazu kommen zahlreiche Schauspieler, Sänger und Musiker.

Im Finale wird dann der Kreis zur Ouvertüre geschlossen, das Publikum nach der Expedition zum Ausgangspavillon zurückgerufen, um abschließend noch eine Minioper – „Heureka“ – zu hören.

In den drei Heidengraben-Gemeinden gibt es darüber hinaus weitere Verstaltungen: einen Workshop mit Thomas Putze und Kulturschaffenden der Region, ein literarisches Konzert zur „Blauen Blume“, eine Fotoausstellung und eine Ausstellung der Schulen und Kindergärten, zwei Vorlesungen der Kinder­uni, das Puppentheater „Turlipan“ und ein Gottesdienst. Das Inter!m-Mobil, ein in Kooperation mit dem Museum Villa Rot entstandener, fahrbarer Kunst- und Experimentierraum startet ebenfalls zur Festivaleröffnung.

Für die Aufführungen ab 16. September (um 17.30 beziehungsweise 17 Uhr) sind Tickets erforderlich, der Vorverkauf hat bereits begonnen:  www.reservix.de und www.interim-kulturhandlungen.de. Alle Namen, Daten, Fakten enthalten der Flyer und die Website: www.interim-kulturhandlungen.de. Weitere Auskünfte bei ferchl@interim-kulturhandlungen.de.

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