Neue inklusive Pilotprojekte

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„Sonnenblumen“ von Carl-Heinz Kliemann.  Foto: 

Im Rahmen des 7. internationalen Festivals „Kultur vom Rande“, das von 24. Juni bis 2. Juli in Reutlingen über die Bühne gehen wird, startet das Städtische Kunstmuseum Spendhaus zwei neue Vermittlungsangebote, die auch für Menschen mit Handicap zugänglich sind.

Am Donnerstag, 29. Juni, 18 Uhr, findet im Kunstmuseum eine Sonderveranstaltung der Gesprächsreihe „Bild des Monats“ statt. Unter dem Titel „Kunst (be)greifen – Kunst erleben“ wird ein Werk aus der Sammlung nicht nur sprachlich vermittelt, sondern es kann zum Beispiel auch durch Reliefbilder mit den Händen ertastet werden.

In Zusammenarbeit mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband Württemberg (BSVW) und der Deutschen Blindenstudienanstalt Marburg (blista) entwickelte das Spendhaus ein neues Vermittlungskonzept, das unter anderem für blinde und sehbehinderte Besucher zugänglich ist und sich an alle richtet, die neugierig sind auf einen neuen Zugang zu einem Kunstwerk.

Am Samstag, 1. Juli, 12 Uhr, führen kunstinteressierte Menschen mit Handicap gemeinsam mit Kerstin Rilling im Spendhaus durch die Ausstellung „HAP Grieshaber. Kindheitsbilder“: im Rahmen einer etwa halbstündigen Kunst-Pause.

Unterstützt durch das Projekt „Kultur ohne Ausnahme“ erarbeiteten sie eine kleine Kunstreise zu ausgewählten Bildern der Ausstellung und zeigen ihre persönlichen Entdeckungen. Im Projekt „Kultur ohne Ausnahme“ erkunden Menschen mit Handicap seit 2014 das kulturelle Leben in Reutlingen und gehen der Frage nach, wie möglichst alle Bürgerinnen und Bürger ihre Interessen und Talente verwirklichen können.

Die aktuelle Debatte zur Kulturvermittlung und der Inklusion aller Besuchergruppen stellt Kultureinrichtungen vor neue Herausforderungen: Das Verhältnis zwischen den Kernfunktionen Sammeln und Bewahren, Forschen, Ausstellen und Vermitteln verändert sich zunehmend. Die Kulturvermittlung nimmt einen immer größeren Stellenwert ein. Inklusive Bildung wird innerhalb der musealen Arbeit ein zunehmend bedeutender Faktor.

Das Städtische Kunstmuseum versteht es als seine Aufgabe, allen Interessierten den Zugang zu Kunst zu ermöglichen. Bereits in der Vergangenheit konnten vielfältige museumspädagogische Angebote etabliert werden. Seit 2014 beispielsweise besteht eine feste Kooperation mit der Peter-Rosegger-Schule in Reutlingen. Regelmäßig besuchen Schülerinnen und Schüler mit Handicap die experimentelle Druckwerkstatt und die Ausstellungen des Museums.

Aber auch junge Flüchtlinge versucht das Spendhaus anzusprechen. Im Januar 2017 startete im Kunstmuseum das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt „Treffpunkt Museum! Flucht, Ankunft, Wurzeln schlagen – Leben gestalten“, bei dem geflüchtete Jugendliche aus der Berufsvorbereitungsklasse der Theodor-Heuss-Schule regelmäßig das Museum besuchten.

Donnerstag, 29. Juni, 18 Uhr: „Bild des Monats“, „Kunst (be)greifen – Kunst erleben“.
Samstag, 1. Juli, 12 Uhr: Führung durch „HAP Grieshaber. Kindheitsbilder“.
Der Eintritt ist frei und die Teilnahme an den Veranstaltungen kostenlos. Beide Veranstaltungen werden durch einen Gebärdensprachdolmetscher begleitet.

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