Neue Heimat für die Medizin der Zukunft

Auf dem Forschungscampus "BioMedTech" sollen wettbewerbsfähige Produkte und Verfahren entstehen. Das Leuchtturmprojekt der TFRT erhielt beim "RegioWIN"-Kontest des Landes 4,2 Millionen Euro.

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"Der bereits gelebten Innovationskultur im Reutlinger Umfeld, zu der auch das NMI einen erheblichen Teil beiträgt, verleiht das einen neuen Schub", freute sich Reutlingens Wirtschafts- und Finanzbürgermeister Alexander Kreher bei der "RegioWIN"-Prämierungsfeier im Stuttgarter Haus der Wirtschaft. Der Forschungscampus ist genau wie die "Nanoanalytik" des NMI Reutlingen ein Leuchtturmprojekt des "Fortuna-Antrags" der Region Neckar-Alb. Die Fördersumme für das NMI beläuft sich auf 4,5 Millionen Euro.

Auf dem Forschungscampus werden die beiden Branchen Medizintechnik und Biotechnologie erstmals auf einem eigenen Campus systematisch, thematisch und räumlich zusammengeführt. Forschungsprojekte für die Medizin der Zukunft sollen hier in international markt- und wettbewerbsfähige Produkte und Verfahren verwandelt werden. Im Mittelpunkt steht das Ziel, Implantate körperverträglicher zu machen. Die Forscher wollen neue Materialien und eine Art "Tarnkappen-Technologie" entwickeln: Durch spezielle biomolekulare Veränderungen an der Oberfläche sollen Implantate besser vor Reaktionen des Immunsystems geschützt werden. Das macht sie verträglicher und langlebiger. Für dieses Ziel arbeiten auf dem Forschungscampus Unternehmen und akademische Forschergruppen zusammen. "Der besondere Charme für die beteiligten Unternehmen ist, dass sie von der Forschungsdynamik der akademischen Gruppen vor Ort profitieren", erläuterte Dr. Christoph-Michael Pfefferle, Leiter des städtischen Amts für Wirtschaft und Immobilien sowie Geschäftsführer der Technologieförderung Reutlingen-Tübingen (TFRT), nachdem er die Prämierungsurkunde aus den Händen des baden-württembergischen Wirtschafts- und Finanzministers und Vize-Ministerpräsidenten Dr. Nils Schmid entgegennommen hatte. Die Forschungsgruppen wiederum erhalten aus der Gesundheitsindustrie wertvolle Impulse und frühzeitige Hinweise auf aktuelle Bedürfnisse im Gesundheitswesen. "Durch diesen Innovationszyklus soll auf dem Forschungscampus eine Tür-an-Tür-Kultur der Zusammenarbeit entstehen, die die Region langfristig und nachhaltig zu einem führenden Entwicklungsstandort für neue Produkten, Verfahren und Therapien an der Schnittstelle von Medizintechnik und Biotechnologie macht", so Pfefferle, "damit ist die Region klar am Puls der Zukunft."

Der Campus soll in direkter Nähe zum NMI und zweien der beteiligten Unternehmen in Form von "Flying Labs" von Schwörerhaus entstehen. Die "fliegenden Laborbauten" können bis zu einer endgültigen städtebaulichen Planung auch auf potenziellem Bauland positioniert und falls nötig auch versetzt werden. Dabei sorgen neueste Technologien wie eine Fotovoltaik-Anlage, eine Luftwärmepumpe und ein Luftwärmetauscher für eine günstige Energiebilanz.

Das NMI-Leuchtturmprojekt "Nanoanalytik von Werkstoff- und Materialoberflächen" profitiert ebenfalls vom Forschungscampus: Räumlichkeiten und Gerätepark sollen gemeinschaftlich genutzt werden.

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