Nächstenliebe und Mitmenschlichkeit

Einen Aufruf zu Nächstenliebe und Mitmenschlichkeit gegenüber Flüchtlingen veröffentlichen hier die Repräsentanten der Evangelischen Kirche.

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    Lud zum Sonder-Pfarrkonvent: Prälat Dr. Christian Rose. Foto: 
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    Der Reutlinger Dekan Marcus Keinath. Foto: 
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    Der Bad Uracher Dekan Michael Karwounopoulos. Foto: 
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"Wenn Menschen aus den Krisenherden dieser Welt fliehen und bei uns Schutz suchen, dann brauchen sie jetzt unsere Solidarität und Unterstützung", betonte der Reutlinger evangelische Prälat Dr. Christian Rose am Rande eines Sonder-Pfarrkonvents am Freitag, 17. Juli, im Reutlinger Jubilate-Gemeindehaus.

Gemeinsam mit der Tübinger Dekanin Elisabeth Hege und den Dekanen Marcus Keinath (Reutlingen), Michael Karwounopoulos (Bad Urach) und Michael Scheiberg (Münsingen) hatte Dr. Rose als Regionalbischof zum Sonder-Pfarrkonvent eingeladen: "Es gehört zu den elementaren Aufgaben von uns als Christen, für verfolgte und gefährdete Menschen einzutreten." Es sei eine gesamt-gesellschaftliche Aufgabe, "die uns zugeteilten Flüchtlinge so gut als irgend möglich aufzunehmen, zu unterstützen und zu integrieren."

Dekan Karwounopoulos unterstrich: "Als Kirche brauchen wir eine christliche Kultur der Gastfreundschaft gegenüber Menschen, die auf der Flucht sind und zu uns kommen, weil die biblische Botschaft uns diesen Weg aufzeigt!" Dekan Keinath zeigte sich dankbar dafür, "wie Haupt- und Ehrenamtliche sich unermüdlich engagieren, um die Flüchtlinge bei den ersten Schritten in unsere Nachbarschaften und Ortschaften zu begleiten und zu integrieren." Er rief dazu auf, "auch das wahrzunehmen, womit die Flüchtlinge uns bereichern - und da ist gewiss noch viel mehr als beispielsweise die so leckere syrische Küche."

In der Beratung der rund 40 evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrer wurde deutlich, dass es in vielen Gemeinden bereits ein großes Engagement gibt: Asyl-Arbeitskreise und -Cafés haben sich oft unter dem Dach der Kirchengemeinden eingerichtet, Wohnungen werden als Unterkünfte zur Verfügung gestellt, in Gemeindehäusern findet Deutschunterricht statt, Flüchtlinge werden von Pfarrerinnen oder Diakonen begleitet und in extremen Härtefällen gibt es äußerst selten Kirchenasyl.

Größten Handlungsbedarf sehen die Pfarrerinnen und Pfarrer beim Abbau von bürokratischen Hürden insbesondere beim Wohnraum für Flüchtlinge. Aber auch eine sinnvolle Tagesstruktur und der Umgang mit Traumatisierungen bedürfen noch höherer Aufmerksamkeit.

Die evangelische Kirche wolle den Staat bei dessen Aufgabe, die Flüchtlinge unterzubringen, nicht im Stich lassen, betonte der Prälat: "Mehr denn je ist um der betroffenen Menschen willen eine enge Zusammenarbeit von staatlichen, kommunalen und kirchlichen Verantwortungsträgern wichtig." Dekan Keinath versprach: "Wir werden weiter prüfen, wo und wie wir eigene Räume anbieten können - ob für Asylcafés, Deutschkurse oder zur Unterbringung. Außergewöhnliche Umstände erfordern dann zuweilen auch außergewöhnliche Entscheidungen."

Wenn es um die gesellschaftliche Akzeptanz der Flüchtlingsproblematik gehe, dann könnten Pfarrer und Kirchengemeinden nach Einschätzung mehrerer Teilnehmender vermittelnd in die Gesellschaft hineinwirken. Dekan Keinath zeigte sich überzeugt: "Je besser wir vor Ort miteinander im Gespräch sind, desto eher schaffen wir füreinander Verständnis. Doch gilt es auch klar Nein zu sagen zu angstschürenden Parolen."

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