NACHRUF

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Reinhold Rall ist tot

Kaum einer kannte die Ortschaft unter der Achalm und ihre Vergangenheit so gut wie er: Reinhold Rall, der von 1946 bis 1988 als Verwaltungsangestellter bei der Gemeinde arbeitete, gründete vor ziemlich genau 25 Jahren den Heimat- und Geschichtsverein. Darüber hinaus initiierte er die Einrichtung des 1990 eröffneten Heimatmuseums und verwirklichte viele weitere Ideen, wie etwa den Panoramaweg "Rund um Eningen". Am vergangenen Freitag, 27. Mai, starb der bekannte Eninger Chronist im Alter von 87 Jahren.

Reinhold Rall verfasste unzählige Jahresgaben des Heimat- und Geschichtsvereins, wie beispielsweise über die Themen "Eninger Markungssteine", "Eninger Kongress", "50 Jahre HAP Grieshaber Festhalle" oder "Eningen in Literatur und Kunst des 18. und 19. Jahrhunderts".

Bereits 1979 gab Reinhold Rall einen Bildband mit historischen Ansichten von Eningen, 2006 das Buch "Eninger Namen" und noch im vergangenen Jahr das Werk "Randfiguren der Eninger Geschichte" heraus.

Zum 900. Jubiläum der Gemeinde verfasste der Ortshistoriker obendrein ein Heft mit dem Titel "Historischer Festumzug mit geschichtlichen Hintergrundinformationen".

Bekannt sind auch weitere seiner Broschüren, wie etwa die Schriften mit dem Titel "Ein Fleckenbummel durch Alt-Eningen" und "Alt-Eningen: Bevor die Bagger kamen".

Der langjährige Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins - Reinhold Rall stand von 1987 bis 1999 an der Vereinsspitze - hielt zahlreiche "Schwätzabende" ab und schrieb eine kaum überschaubare Zahl an Zeitungsartikeln. Auch im Heimatboten, dem Vorgänger der Eninger Nachrichten, veröffentlichte er Texte in seiner Reihe "Streifzug durch Alt-Eningen", erinnert sich Gabriele Karus-Gaibler, die das Buch "Eningen unter Achalm - Porträt der Achalmgemeinde" verfasst hat. Reinhold Rall habe sie bei dieser Arbeit sehr unterstützt, er sei eine Art Mentor für sie gewesen, erinnert sich die Kulturwissenschaftlerin.

Reinhold Rall wurde 1995 mit dem Paul-Jauch-Preis ausgezeichnet. Zudem erhielt er 1998 für seine besonderen Verdienste um das kulturelle Leben in der Gemeinde die Bürgermedaille durch Bürgermeister Jürgen Steinhilber. Dessen Nachfolgerin wiederum würdigte bei ihrem Abschied von Eningen Reinhold Ralls Arbeit: Diese, so sagte Margarete Krug, sei mit nichts aufzuwiegen. Rall sei unersetzlich für Gemeinde und Verein. Was er an Wissen besitze, das könne man gar nicht archivieren.

Erst bei der Ausschuss-Sitzung des Heimat- und Geschichtsvereins am Montag vor einer Woche habe man beschlossen, Rall für den Landesdenkmalpreis vorzuschlagen, berichtete Bürgermeister Alexander Schweizer, der momentan den Vereinsvorsitz inne hat. Am vergangenen Freitag habe man den Antrag auf die Post gegeben. Es war der Tag, an dem Reinhold Rall gestorben ist.

Neben seinen zahlreichen Publikationen über die Historie der Gemeinde war Rall aber auch für seine kreativen, spektakulären Dekorationen bekannt, die er von 1959 bis 1974 für die Faschingsbälle in der Grieshaber-Halle entwarf und realisierte.

Der gebürtige Eninger, der mit seiner Frau Helene fast 65 Jahre verheiratet war, leitete lange Zeit die Seniorengruppe "Bewegliches Alter" des Albvereins. Er rief diese Gruppe, die noch heute aktiv und bei den Senioren sehr beliebt ist, auch ins Leben.

Reinhold Rall, Jahrgang 1925, war auch sonst fest in seiner Heimat verwurzelt: Er war rund 46 Jahre Mitglied der Eninger Ortsgruppe des Albvereins und 45 Jahre Mitglied beim TSV Eningen.

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