Nachdenkliches zu 2015

Musik vom Feinsten, dazu nachdenkliche Worte von Hans-Georg Nestel, Michael Tempel und Dagmar Krause - das war das Programm des Betzinger Neujahrsempfangs, vor Häppchen und Gesprächen.

|

"Zusammenhalt ist die Grundlage unseres Erfolgs", sagte Hans-Georg Nestel als Vorsitzender des Betzinger Gewerbevereins am Montagabend in der Zehntscheuer beim Neujahrsempfang. Kassierer Michael Tempel hob in seiner Begrüßungsrede ebenfalls die Teamarbeit im Verein hervor, zudem lobte Nestel "die überdurchschnittliche Infrastruktur" in Reutlingens größtem Teilort, ging auf die "Qualität unserer Mitarbeiter und auf den guten Service" ein, der die Läden vom Online-Handel unterscheide.

Aber: Eine gute Homepage sei heute auch für den "stationären Handel" unabdingbar, denn: "70 Prozent der Deutschen nutzen das Internet zur Information und 35 Prozent der Kunden bereiten sich mit der Internet-Suche auf den stationären Kauf vor", so der Vereinsvorsitzende. "Dabei kostet es uns nichts, zu den Kunden nett zu sein." Nestel prognostizierte für die Zukunft eine immer anspruchsvollere Kundschaft, der Handel müsse sich darauf einstellen, es gelte "Einkaufserlebnisse vor Ort zu schaffen und das Angebot auch auf den demografischen Wandel anzupassen".

Doch natürlich ging es beim Blick zurück und voraus auch um die Situation außerhalb von Betzingen und Reutlingen: Syrien und Ukraine, Islamischer Staat und Ebola sowie natürlich die Anschläge in Paris - auf diese schrecklichen Themen wiesen alle drei Redner in ihren Ausführungen hin. Also auch Dagmar Krause als stellvertretende Bezirksbürgermeisterin, die in Vertretung von Thomas Keck das Grußwort der Gemeinde sprach. Keck war gesundheitlich verhindert, nach einer Bandscheiben-Operation und Reha befinde er sich aber auf dem Weg der Besserung.

2014 habe der Durchgangsverkehr und die Hochwasservermeidung erneut die Gemeindepolitik beschäftigt. "Wir wünschen uns schnelleres Vorankommen bei beiden Themen", so Krause. Doch es klemme und bewege sich nur wenig. "Ich glaube nicht, dass Tempo 30 wirklich weniger Verkehr für Betzingen bringen wird." In der Flüchtlingsverteilung wünsche sich der Bezirksgemeinderat "mehr Verteilungsgerechtigkeit" in der Stadt - ohne dass Betzingen sich der Verantwortung und "der menschlichen Pflicht auch weiterhin Flüchtlinge aufzunehmen" entziehen wolle. Ausdrücklich gelobt hat Dagmar Krause die Arbeit der Kirchengemeinde wie auch des Asylcafés in diesem Zusammenhang.

Nachdenklich endete die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin ihre Ansprache mit einem Zitat von Helene Stoll: "Wir haben unseren Besitz vervielfacht, aber unsere Welt reduziert. Wir wissen, wie man den Lebensunterhalt verdient, aber nicht wie man lebt. Wir haben dem Leben Jahre hinzugefügt, aber können wir den Jahren auch Leben geben? Wir kommen zum Mond, aber nicht mehr zu der Tür des Nachbarn. Wir haben den Weltraum erobert, aber nicht den Raum in uns gefüllt. Wir können Atome spalten, aber nicht unsere Vorurteile." Musikalisch umrahmt haben diese Gedanken vier Musiker der Württembergischen Philharmonie mit ihrem "Yellow String Quartett".

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Heiße Sachen in der neuen Röhre

Im Herbst macht der 1,9 Kilometer lange Scheibengipfeltunnel zwischen Sondelfingen im Reutlinger Nordosten und dem Norden Pfullingens auf. Am Samstag rückte die Reutlinger Feuerwehr zu einer Großübung eines Tunnelbrands aus. weiter lesen