Mysteriöses von der Feuerwehr

Eningen will die Sanierung des über 40 Jahre alten Feuerwehrgerätehauses angehen. Die Planungen sind noch unscharf, deutlich ist aber, dass das Millionenprojekt die Gemeinde über Jahre beschäftigen wird.

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"Der Platz ist ideal." Immerhin - so mochte man am Donnerstagabend während der Sitzung des Eninger Gemeinderats in einer Gedankenklammer anfügen. Denn was Ortsbaumeister Rainer Klett sonst zum Zustand des Feuerwehrgerätehauses zu sagen hatte, klang weniger ideal.

Der Bau aus dem Jahr 1972 weist an verschiedensten Stellen Mängel auf, die einen dringenden Sanierungsbedarf nach sich ziehen. Angefangen von der energetischen Sanierung der Gebäudehülle, über die Modernisierung der technischen Anlagen wie Heizung und Elektrik, bis hin zum barrierefreien Zugang. Insbesondere aber hat Klett einen Umstand im Visier, den er als "mysteriös" bezeichnete: Ausgerechnet das Heim der Brandbekämpfer weißt eklatante Brandschutzmängel auf.

Doch es sind nicht bauliche Mängel alleine, die Handlungsbedarf zeitigen, auch die DIN 14092 tut das. Sie legt Mindeststandards zur Ausstattung, zur Beschaffenheit und zur Sicherheit von Feuerwehrhäusern fest. Standards, die teilweise auch den jüngst vorgestellten Feuerwehrbedarfsplan formten und die nun umgesetzt werden sollen. Unter anderem sollen Umkleideräume aufgestockt und nach Geschlechtern getrennt sein, unfallträchtige Wegkreuzungen auf dem Hof oder im Inneren sollen vermieden werden, die Räumlichkeiten als solche könnten um einen Versammlungsraum erweitert werden und die Jugendfeuerwehr soll über einen angemessenen Raum verfügen können.

Kurzum: Es gibt viel zu tun - und der Rat will es anpacken. Diesen Grundsatzbeschluss jedenfalls fasste er nun. Er stimmte damit auch der vorgestellten Vorentwurfsplanung zu, die sich freilich, dem frühen Zeitpunkt geschuldet, noch im Bereich der Unschärfe bewegt. Sowohl was den Umfang einzelner Gewerke betrifft, als auch die Kosten, die anfallen. Das Credo, das Klett allerdings ausgab, scheint unverrückbar: "Das Minimum der Anforderungen ist das Maximum dessen, was finanzierbar ist." Damit erteilte er schon vorzeitig etwaigen Begehrlichkeiten eine Absage: "Das ist kein Wunschkonzert. Das kostet uns auch so eine Stange Geld."

Nach derzeitigen und über den Daumen gepeilten Prognosen, könnte ein Betrag von etwa 2,7 Millionen Euro zur Ertüchtigung des Heims zu Buche schlagen. Aber nicht nur finanziell, sondern auch logistisch ist die Sanierung eine Herausforderung.

Angedacht ist, die Maßnahme in verschiedenen Teilbereichen anzugehen und über drei bis vier Jahre zu verteilen, damit der laufende Betrieb der Wehr und ihre Einsatzfähigkeit während den Bauphasen gewährleistet ist. Um die Sanierung zu stemmen, ist zudem ein Anbau notwendig.

Reihum, über alle Fraktionen hinweg, anerkannte und begrüßte der Rat die Notwendigkeit der Maßnahme. Cliff Werz (CDU) mahnte allerdings zu einem verantwortungsvollen Wirtschaften und brachte einen nicht näher definierten Kostendeckel ins Spiel. Eine Kostenobergrenze aber schon jetzt, in einem sehr frühen Stadium, festzulegen, hielt Bürgermeister Alexander Schweizer für nicht sinnvoll. Auch Klett betonte die Notwendigkeit, sich zunächst Klarheit über den Finanzbedarf zu verschaffen.

Dafür sorgen werden nun das Architektenbüro Engelhardt, sowie ein ein Team von Fachplanern. Sie werden auf Grundlage der Vorplanung 2016 eine Entwurfsplanung vorlegen und mit ihr eine erste Kostenschätzung. "Und dann", so hielt Dr. Joachim Sabieraj fest, "haben wir noch immer alle Freiheiten."

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