Museen · AN HIMMELFAHRT OFFEN

Im Kunstmuseum Spendhaus und im Kunstverein Reutlingen wurde vor kurzem die Kooperationsausstellung "Weltenwechsel. Sammlung Siegfried Seiz: Figürliche Malerei aus dem letzten Jahrzehnt der DDR und heute", anlässlich des 25. Jahrestages der deutschen Wiedervereinigung eröffnet.

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Das Reutlinger Stadtwappen.  Foto: 

Im Kunstmuseum Spendhaus und im Kunstverein Reutlingen wurde vor kurzem die Kooperationsausstellung "Weltenwechsel. Sammlung Siegfried Seiz: Figürliche Malerei aus dem letzten Jahrzehnt der DDR und heute", anlässlich des 25. Jahrestages der deutschen Wiedervereinigung eröffnet. Ausgewählte Werke der Malerei des letzten Jahrzehnts der DDR aus der Sammlung des Reutlinger Unternehmers Siegfried Seiz begegnen aktuellen Arbeiten aus den Ateliers der 23 in der Sammlung vertretenen Künstler. Die Gemälde der Sammlung Seiz verdeutlichen exemplarisch den Generationen übergreifenden Facettenreichtum und das teils subversive Potenzial der Malerei in der späten DDR.

Begleitet wird der große "Weltenwechsel" von der Ausstellung "Was war - was bleibt. Druckgrafik aus der DDR". Sie verdeutlicht, dass die gedruckte Kunst in der DDR eine besondere Nische besetzte. Anders als Malerei und Skulptur war sie für das offiziell vorgegebene Erscheinungsbild der Kunst und deren propagierte Wirkung in die sozialistische Gesellschaft hinein von geringerer Bedeutung. Somit konnte die Grafik von den Künstlern entschieden freier gehandhabt werden.

In der Präsentation "Grieshaber und die Antike" erhalten die Besucher einen Einblick in HAP Grieshabers intensive Auseinandersetzung mit der griechischen Antike. Im Werk des Künstlers tauchen immer wieder Bildthemen und -motive aus der antiken Mythologie auf, besonders Götter wie Pan oder Janus und auch Fabelwesen wie Sphinx, Hydra und Kentaur. Die Präsentation wird ergänzt durch antike Objekte aus der Sammlung des Instituts für Klassische Archäologie der Universität Tübingen.

Im Heimatmuseum kann die Wanderausstellung "Deutsche aus Russland. Geschichte und Gegenwart" besichtigt werden. Zahlreiche Tafeln und Schaubilder zeigen das wechselvolle Schicksal der Russlanddeutschen und machen die Besucherinnen und Besucher mit den verschiedenen Stationen ihrer Geschichte vertraut. Der Bogen spannt sich dabei von Zarin Katharina II., die 1763 in ganz Europa mit einem Manifest um Siedler für die Weiten ihres Reiches warb, bis zur Integration der russlanddeutschen Rückkehrer in Deutschland heute. Die Ausstellung wurde von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland konzipiert und ist Teil eines bundesweiten Integrationsprojektes.

Das Naturkundemuseum zeigt die Ausstellung "Metamorphosen - Wundersame Verwandlungen im Reich der Insekten". Eine Raupe verwandelt sich in einen Schmetterling. Das weiß jedes Kind. Doch was war der Käfer bevor er ein Käfer war? Schlüpft eine fertige Fliege aus einem Ei? Lebt die Eintagsfliege wirklich nur einen Tag - oder gibt es ein Leben vor dem einen Tag? Diese Fragen haben sich Nicole Ottawa und Oliver Meckes vor zwei Jahren gestellt. Rund ums Haus, an Tümpeln, Weihern und Bächen haben sie mit dem Raster-Elektronen-Mikroskop genau hingeschaut und nach Antworten gesucht. Es kam Erstaunliches dabei heraus.

Am Feiertag führt um 15 Uhr Diplom-Biologin Dr. Katja Bader zum Thema "Fleißige Helfer - Nützlinge in Haus und Garten". Kleine vielbeinige Organismen, die Wohnraum und Nahrung mit uns teilen, versetzen so manchen in Angst und Schrecken. Gibt es doch einige unter ihnen, die sich unaufgefordert häuslich einrichten und darüber hinaus ihre Familie derart vergrößern, dass Schäden in Haushalt und Garten die Folge sind. Da wird so manche Gastfreundschaft auf die Probe gestellt. Doch nicht alle nutzen diese aus. Bei genauerem Hinsehen wird man feststellen, dass nicht alles, was in Zimmern und zwischen Gemüsebeeten und Blumen kreucht und fleucht, ein Schädling ist. Im Gegenteil, es sind fleißige Helfer, die so manchen unerwünschten Hausgenossen und Gartenschädling fressen oder vertreiben. Gern gesehene Gäste eben, die man durchaus zum Bleiben auffordern sollte!

Unter dem Motto "Museum. Gesellschaft. Zukunft" feiert die Welt am Sonntag, 17. Mai, den 38. Internationalen Museumstag. In allen städtischen Museen finden dazu passende Aktionen und Führungen statt.

Das Kunstmuseum bietet neben einem Bücherflohmarkt und Plakatverkauf auch eine Druckaktion für Kinder an. Nachwuchskünstler ab 6 Jahren können von 14.30 bis 16.30 zum Thema "Zukunft" Drucke und Collagen fertigen.

Im Heimatmuseum dreht sich alles um Fahnen, Wappen und Zeichen. Bei einer öffentlichen Führung um 11.15 Uhr stehen unterschiedliche Symbole in der Geschichte Reutlingens im Mittelpunkt. Was bedeuten Zunftzeichen, wofür stehen Stadt- und Familienwappen und was vermittelt uns die Fahne des Arbeitervereins? Diese und weitere Symbole stellt Inka Friesen bei einer Führung durch die Dauerausstellung vor. Kleine Besucher im Alter von vier bis acht Jahren haben zwischen 14 und 17 Uhr die Möglichkeit, ihre eigene Fahne zu bedrucken.

Das Naturkundemuseum bietet um 15 Uhr die Themenführung "Für ons ging's schon no, abr's Vieh sauft's neme - Wasserversorgung auf der Alb" mit Diplom-Geologe Eberhard Quoss an. Ausgehend von den geologischen Gegebenheiten der Schwäbischen Alb zeichnet die Führung den Weg der Albwasserversorgung nach, gespickt mit historischen Anekdoten. Legendär und in mehreren Varianten überliefert ist die Antwort eines Schultheiß auf der Alb nach der Qualität des örtlichen Wassers befragt: "Für o's wär's scho no reacht, aber's Vieh will's halt nemme saufa."

Vor nur 150 Jahren war die Trinkwasserversorgung wie man sie heute kennt, die Ausnahme. Wasser stand bloß in sehr begrenzter und oftmals hygienisch fragwürdiger Güte zu Verfügung. Allein sehr wenige Wohlhabende konnten sich den Luxus leisten, das Wasser einer Quelle in ihr Haus zu leiten. Die meisten Menschen waren darauf angewiesen, es an Bächen oder Seen zu holen oder aus einem Brunnen zu schöpfen. Von dort mussten sie das kostbare Nass mithilfe von Lasttieren oft über beschwerliche Wege nach Hause transportieren. Besonders schlimm war es auf der weitgehend wasserleeren Schwäbischen Alb, wo Wasser nur in hauseigenen Zisternen oder Hülen zur Verfügung stand. Dem Cannstatter Ingenieur Karl Ehmann ist es schließlich zu verdanken, dass die Albwasserversorgung zu einem Erfolg wurde und die Dörfer der Alb vom Tal aus mit frischem, sauberem Wasser versorgt werden konnten. Der Eintritt in die Museen und die Teilnahme an den Aktionen und Führungen sind frei.

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