Müll-Szene gerät in Bewegung

Die Zeiten, dass aller Müll "in die Tonne" wanderte, sind ja lange vorbei - Deutschland ist Weltmeister der Abfall-Trennung. 2016 wird mit dem fortgeschriebenen Entsorgungskonzept weiter differenziert.

|

Seit 1992 hat der Landkreis Reutlingen ein Abfallwirtschaftskonzept, das regelmäßig den aktuellen gesetzlichen Vorgaben und sachlichen Gegebenheiten angepasst wurde. Für das aktuelle Konzept hat der Kreistag in den Jahren 2012 bis 2014 mehrere wichtige Entscheidungen zur Erfassung und Verwertung von Abfällen und zum Gebührensystem getroffen, darunter ein neues Grüngutkonzept. Dies sieht die Integration der gemeindlichen Häckselplätze vor. Durch die betreute und getrennte Grüngutannahme soll das Material in holzig und nicht-holzig getrennt und so das im Grüngut enthaltene energetische Potenzial genutzt werden.

Weil in dieser Zeit auch die Novelle des Kreislaufwirtschafts-Gesetzes des Bundes und der neue Abfallwirtschaftsplan des Landes Änderungen bei der Entsorgung brachten, muss die jetzt vom Kreistag einstimmig beschlossene Fortschreibung des Konzeptes all diesen Veränderungen Rechnung tragen auf dem Weg zur einer "nachhaltigen Abfallwirtschaft", erläuterte Dezernent Hans-Jürgen Stede jetzt in der jüngsten Kreistagssitzung.

Grundlegend ändert ab 2016 das Erfassungs- und Gebührensystem im Entsorgungsgebiet des Landkreises, also für die 23 Städte und Gemeinden im Kreis ohne Reutlingen, Metzingen und Pfullingen.

Ab kommendem Jahr wird bei der Erfassung von Restmüll und Bioabfall die Entleerungshäufigkeit statt bisher das Müllvolumen gemessen, eine Pflichtbiotonne mit engen Befreiungsmöglichkeiten eingeführt und das Gebührensystem komplett umgestellt.

Statt der bisherigen Volumengebühr wird dann eine Leerungsgebühr erhoben, die bisher getrennte Grundgebühr für Restmüll und Bioabfall wird durch eine einheitliche, degressiv ausgestellte Jahresgebühr ersetzt. Dabei sollen die Abfallgebühren so gestaltet werden, dass ein erhöhter Anreiz zur Abfallvermeidung und -trennung entsteht.

Vor allem soll die im Vergleich zu Restmüll günstigere Leerungsgebühr für Biotonnen den Biomasseanteil im Restmüll separat entsorgen. Ebenfalls beschlossen ist aus technischen Gründen der Austausch des kompletten Behälter- und Chipbestandes bei Restmüll- und Biotonnen ab Ende 2015.

Das nach Ansicht der Verwaltung schon sehr bürgerfreundliche Erfassungssystem für sämtliche Abfallfraktionen soll mit der Einführung der Pflichtbiotonne, der Möglichkeit zur Bildung von Behältergemeinschaften und der Einrichtung von Wertstoffhöfen noch ausgeweitet werden. Und die Änderungen sollen - unterstützt etwa durch die Gebrauchtwarenbörse Neckar-Alb als kostenlose Internetplattform - weiter Abfall vermeiden und die Restmüllmenge reduzieren.

Die Verwaltung geht davon aus, dass die Änderungen der Entsorgung im Kreis die Hausmüllmenge deutlich unter die Zielvorgabe des Landes von 96 Kilogramm pro Einwohner und Jahr sinken lassen.

Gleichzeitig wird der gesamte Landkreis mit den drei großen Städten den für 2025 angestrebten Wert des Landesabfallplans von 66 Kilogramm/Einwohner/Jahr bei Bioabfall erreichen, voraussichtlich sogar übertreffen. Die vorgegebenen Mengenziele bei Grüngut und Rest-Sperrmüll werden schon heute erreicht und auch bei anderen Abfallfraktionen wie Altpapier liegt der Kreis schon heute deutlich über dem Landesdurchschnitt.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Unterwegs in ein neues ÖPNV-Zeitalter

Der Gemeinderat hat gestern Abend mit großer Mehrheit den Grundsatzbeschluss für ein neues Stadtbuskonzept gefasst. Die Umsetzung soll im zweiten Halbjahr 2019 starten. weiter lesen