Mobilität als Schwerpunkt

Über 800 Gäste waren gestern zum voraussichtlich letzten Bürgerempfang ins Rathaus geströmt. Ab 2013 wird, so Oberbürgermeisterin Barbara Bosch, in der neuen Stadthalle gefeiert - ganz ohne Stehplätze.

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"Im Grünen irgendwo": Julia Coolens vom Naturtheater sang beim Bürgerempfang der Stadt. Foto: Bernd Haase

Ein bisschen Kant, ein bisschen Havel: Reutlingens Rathaus-Chefin Barbara Bosch griff in ihrer Ansprache, in der sie sowohl zurück wie auch in die Zukunft schaute, auf die Gedanken großer Philosophen zurück. Die Stadt wolle, sagte Bosch, 2012 und 2013 einen Schwerpunkt beim Thema Mobilität (Stichpunkt: Regionalstadtbahn) setzen. So will die Verwaltung in diesem Jahr die Ergebnisse der Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplans vorgelegt werden, diese sollen auch Aufschluss geben, "wie wir die Verkehrsströme nach Inbetriebnahme des Scheibengipfeltunnels lenken wollen und welche baulichen Maßnahmen dafür rechtzeitig in Angriff genommen werden sollen". Ebenfalls in diesem Jahr sollen die Resultate des Klimaschutzkonzepts auf den Tisch kommen.

Bis gestern hatten Sponsoren für den Bürgerpark bereits 13 der 70 japanischen Schnurbäume gestiftet, die in den ersten beiden Abschnitten gesetzt werden. "Die Stadthalle wird in ein lichtes Blätterdach eingebettet sein, einer öffentlichen Fläche für alle Bürger, die das grüne Band in der Stadtmitte erweitern" - da bemühte selbst Bosch die Sprache der Poesie.

Nur ein Punkt ließ die Zuhörerschaft gestern grummeln - der vermeintlich geplante Abriss des Stegs zwischen der Ecke Alteburg-/Lederstraße und dem Tübinger Tor (siehe auch nebenstehenden Artikel). Dass der Steg vor dem Tübinger Tor abgerissen werde, sei längst beschlossen, sagte Bosch. Es gebe noch keine Entscheidung, dass auch der Steg über die Konrad-Adenauer-Straße abgebaut werde. Die bisherige Planung gehe davon aus, diese Überquerung zu erhalten. Der Gemeinderat habe allerdings die Verwaltung beauftragt zu prüfen, was ein kompletter Abriss bedeuten würde. Dieser Antrag werde jetzt untersucht, die Argumente für und wider sorgfältig abgewogen. "Und wenn die Verkehrssicherheit der vielen Schülerinnen und Schüler, die diesen Steg benutzen, bei einem Abbruch nicht mehr gewährleistet ist, dann bleibt es bei dieser Planung, stellte das Stadtoberhaupt klar. "Sicherheit geht vor."

Das Hotel neben der Stadthalle, die mit einem Silvesterball in Betrieb gehen soll, ist noch nicht gesichert - anders als die kleine Lösung für ein Theaterzentrum in der Planie. Hier kann der Gemeinderat in einer seiner nächsten Sitzungen den Bebauungsplan für die weitere Entwicklung des Areals auf den Weg bringen. Reutlingen wolle auch in den kommenden Jahren eine vernünftige Haushaltpolitik fortsetzen. Allerdings führten die "unablässig steigenden Ausgaben vor allem im Sozialbereich" dazu, dass die Kommunen nicht ohne neue Schulden auskämen. Der von den kommunalen Spitzenverbänden mit der grün-roten Landesregierung vereinbarte Pakt für Familien mit Kindern verschaffe endlich den notwendigen Spielraum für den angestrebten Ausbau der Kinderbetreuung. Immerhin hat die Stadt bei der Kleinkindbetreuung bereits im vergangenen Jahr, zwei Jahre vor der Zeit, die Quote von 34 Prozent erreicht. Da aber die Nachfrage weiter gestiegen sei, "werden wir viel mehr Geld in die Hand nehmen müssen".

Geld hin, Geld her: "Unser größtes Vermögen ist ohnehin nicht in Euro zu messen. Es sind die vielen Menschen und ihr Zusammenhalt in Vereinen, in sozialen und karitativen Einrichtungen in Familien und Betrieben. Ich danke allen, die sich ehrenamtlich oder hauptberuflich für ein lebens- und liebenswertes Reutlingen einsetzen."

Musikalisch eingerahmt wurde der Bürgerempfang durch die vier Turmbläser der Stadt Reutlingen. Zudem stimmten Julia Coolens und Sascha Diener vom Reutlinger Naturtheater zwei Lieder aus dem Musical "Der kleine Horrorladen" an.

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