Mobilität als Schwerpunkt

|
Vorherige Inhalte
  • Unter der Leitung von Norbert Reiff gestaltete die Degerschlachter Blasmusik den passenden musikalischen Rahmen für den Bürgerempfang am Samstag in der Stadthalle. 1/2
    Unter der Leitung von Norbert Reiff gestaltete die Degerschlachter Blasmusik den passenden musikalischen Rahmen für den Bürgerempfang am Samstag in der Stadthalle. Foto: 
  • Oberbürgermeisterin Barbara Bosch mit den Trägern der Verdienstmedaille der Stadt, Jürgen Vocke, Jocelyne Renz, Ruth und Peter Fahrenholz sowie Ursula Schlüter (von links). 2/2
    Oberbürgermeisterin Barbara Bosch mit den Trägern der Verdienstmedaille der Stadt, Jürgen Vocke, Jocelyne Renz, Ruth und Peter Fahrenholz sowie Ursula Schlüter (von links). Foto: 
Nächste Inhalte

Schmissige Blasmusik aus Degerschlacht zum Auftakt des kommunalpolitischen Jahres: An Dreikönig lud Oberbürgermeisterin  Barbara Bosch zum Bürgerempfang in die Stadthalle, blickte in ihrer Ansprache ins vergangene Jahr zurück und wagte auch einen Ausblick auf 2018. Mit Ursula Schlüter, Jocelyne Renz, dem Ehepaar Ruth und Peter Fahrenholz sowie Jürgen Vocke, zeichnete sie fünf Reutlinger Bürger mit der Verdienstmedaille der Stadt aus – als Anerkennung für jahrzehntelanges Engagement im Ehrenamt (siehe nebenstehenden Artikel).

Einen Schwerpunkt in Boschs Rede bildete der Verkehr und die mit ihm verbundenen Probleme: Die OB zeigte sich zuversichtlich, dass der nach „50 Jahren des Hoffens und Bangens, des Planens und Prüfens, der Diskussionen und Proteste“ am 27. Oktober eröffnete Scheibengipfeltunnel die Stadt in Sachen Luftreinhaltung voranbringen werde. Konkrete Aussagen, wie hoch die Entlastung ausfallen werde, ließen sich aber wohl erst in einigen Monaten treffen, wenn sich die neue verkehrliche Lage gefestigt habe.

Die Erarbeitung eines Luftreinhalteplanes durch das Land werde in Reutlingen auch 2018 ein großes Thema bleiben, zeigte sich die Rathauschefin überzeugt. Sie verwies dabei auf das Urteil des Stuttgarter Verwaltungsgerichts vom Dezember, in dessen Konsequenz Fahrverbote für die Landeshauptstadt drohen können. Nicht die Städte seien verantwortlich für die autobedingten hohen Stickoxid-Werte. Bosch kritisierte, dass es nach wie vor keine angemessene Beteiligung der Autohersteller an den immensen Kosten für saubere Luft gebe. Und auch die von der Bundesregierung in Aussicht gestellte finanzielle Unterstützung von einer Milliarde Euro sei, verteilt auf alle betroffenen Städte, nicht mehr als  ein „Tropfen auf den heißen Stein“, sagte die OB.

„Wir werden deswegen in Reutlingen nicht umhin kommen, Einschränkungen im Autoverkehr zu beschließen, um auch Vorgaben des Verwaltungsgerichts Sigmaringen umzusetzen“, betonte  Bosch. Die Stadt werde tun, was sie aus eigene Kraft könne. Als Beispiele nannte die OB den Masterplan Radverkehr, die Regional-Stadtbahn, Temporeduzierungen und den Aufbau einer Mobilitätszentrale. „Herausragender Baustein“ des Mobilitätskonzepts sei der vom Gemeinderat mit überwältigender Mehrheit gefasste Grundsatzbeschluss für das neue Stadtbusnetz.

Die Stadt lasse nichts unversucht, um mehr und preiswerten Wohnraum für eine insgesamt wachsende Einwohnerzahl zu schaffen, sprach die Rathauschefin ein weiteres, drängendes Problem an. Trotz aller Anstrengungen fehlten in der Stadt bezahlbare Wohnungen. Hier räche sich, so Bosch, dass sich Bund und Land viele Jahre aus der Förderung von Mietwohnungen zurückgezogen hätten. Sie halte den Wohnungsmangel besonders bei preiswerten Mieten für „politischen Sprengstoff“– eine Ansicht, die sie übrigens mit dem Kölner Kardinal Rainer Woelki teilt.

Dennoch könnten die Reutlinger versichtlich ins neue Jahr schauen. Mit der Eröffnung des Theaterneubaus am 19. Januar – „allen Unkenrufen zum Trotz“– stehe das erste Highlight des Jahres an. Die Mehrkosten seien zwar ärgerlich, aber kein Skandal, ebensowenig wie der Aufreger Schnurbäume im Bürgerpark. Die Oberbürgermeisterin empfahl, „größere Gelassenheit zu zeigen und nicht immer gleich den Weltuntergang oder zumindest den Untergang Reutlingens zu befürchten“.

Nach der Weihnachtspause wolle die Stadtverwaltung mit Vollgas loslegen. Und „wenn das dann endlich mit dem Stadtkreis klappt und die Stuttgarter in die Puschen kommen, dann legen wir noch eine Schippe drauf“, konnte sich Barbara Bosch in Anwesenheit von Landrat Thomas Reumann einen Seitenhieb auf das Stuttgarter Innenministerium, das derzeit den Antrag der Stadt auf Bildung eines Stadtkreises prüft, nicht verkneifen.

Eine der nächsten Aufgaben bestehe darin zu überprüfen, wie sich die Darstellung Reutlingens nach innen und außen verbessern lasse. Im Markenbildungsprozess gehe es, so Bosch, um Fragen wie: „Was macht unsere Stadt heute aus – und was schätzen die Menschen an Reutlingen?“ Fragen, die sich an die Reutlinger Bürger und solche, die mit Reutlingen zu tun haben, richten.

Hatte das Bläserquintett der Württembergischen Philharmonie den musikalischen Auftakt des Bürgerempfangs mit Renaissancemusik des flämisch-deutschen Komponisten Tilman Susato gestaltet, leitete die Degerschlachter Blasmusik – unter dem Klatschen der Besucher – mit den Stücken „Rock-Opening“ und „Dixieland Spectacular“ zum Stehempfang über, für den die Bio-Bäckerei Berger wieder tausende kleiner Gebäckstücke gebacken hatte.

Ruth und Peter Fahrenholz leiten seit 1990 den Verein für ...

Jocelyne Renz

Ursula Schlüter

Seit 30 Jahren steht Jürgen Vocke der SG Reutlingen vor.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Verwunderung über zweiten Arzt im Raum

Im Prozess gegen zehn Dermatologen wurden vor dem Landgericht Tübingen weitere Zeugen vernommen. weiter lesen