Mit Wiedehopf und Katz ans Werk

|
Beim Obsttag konnten die Eninger Erst- bis Viertklässler auf den Wiesen viel lernen.  Foto: 

„Ich nehm’ die Axt“, rief ein Erstklässler gleich. Voll Arbeitseifer nahmen die Klassen eins bis vier der Achalmschule am Freitag an der Aktion „Eninger Obsttag Klassenzimmer Streuobstwiese“ teil. Eine Axt allerdings wurde nicht benötigt. Es handelte sich vielmehr um einen „Wiedehopf“, eine Hacke zur Bodenlockerung. Solche und andere Finessen lernten die Kinder von den Experten des Obst- und Gartenbauvereins Eningen, die als Kooperationspartner der Gemeinde seit vielen Jahren ihr Wissen vermitteln.

Während die Erstklässler im Obtal Bäume pflanzten, lernten die zweiten Klassen ganz in der Nähe Baumpflege und -schnitt. Die Klassen drei lasen mit den Kindergärten am Hackenbühl Äpfel auf und die Klassen vier lernten in der Schulküche, was man aus Äpfeln zaubern kann.

„Wir haben uns auf Äpfel konzentriert, weil sie sich zu Saft verarbeiten lassen, der den Kindern gut schmeckt“, so Peter Bock vom Obst- und Gartenbauverein. Zum Pflanzen vorbereitet hatte er alte regionale Sorten: Glemser-, Becks-, Schnabels- und Fleiner-Apfel. Sie wurden auf Streuobstwiesen der Gemeinde so gepflanzt, dass sie die Lücken in den Reihen auffüllten. Streuobstwiese bedeute nicht, dass die Bäume wahllos verteilt würden. Mit der Reihenpflanzung sorge man dafür, dass der Mäher gut zwischen den Bäumen durchkomme. „Den Schwund an Bäumen können wir allerdings mit vier Nachpflanzungen pro Jahr nicht aufhalten“, sagte Bock. Etwa 30 Bäume habe der Verein an den „Apfeltagen“ in den vergangenen Jahren gesetzt.

Mit den Kindern sei man sehr zufrieden. „Sie sind immer mit Feuereifer dabei und sehr interessiert.“ Schaufeln, Pickel, Sisal, Wasser und die „Katz“, eine Rohrramme für die Pfähle, waren vorbereitet, als die rund 100 Kinder eintrafen. Doch zunächst machten sie ihre große Pause auf der Wiese vor allem mit den schönen roten Äpfeln, die der Obst- und Gartenbauverein mitgebracht hatte.

„Wir haben ein Lied vom Apfel gesungen, erklärt, wie ein Baum wächst und die Früchte aufgeschnitten und im Kunstunterricht Äpfel gezeichnet“, sagte Lehrerin Bettina Freise über die Vorbereitung auf diesen Tag. Anschließend wolle man sich in der Mosterei Grözinger ansehen, wie Saft gepresst wird und ihn natürlich auch probieren.

Unter Anleitung der Vereinsmitglieder Peter Bock, Eberhard Sautter, Anette Branz und Reinhold Merkle durften die Kinder zunächst beim Löchergraben helfen. Viele Regenwürmer kamen ans Tageslicht, deren Wert für die Bodenlockerung die Lehrerinnen erklärten. Nicht erwünscht hingegen sind Mäuse. „Deshalb halten wir rund um den Baum eine Baumscheibe grasfrei“, sagte Sautter.

Die kleinen Schüler erfuhren auch, wie man einen Baum mit dem „Pflanzschnitt“ an Krone und Wurzeln vorbereitet und dass man ihn die erste Zeit mit Pfählen stabilisieren muss. Im Obtal gebe es kaum Wind, weshalb wenige Pfähle reichten.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Unterwegs in ein neues ÖPNV-Zeitalter

Der Gemeinderat hat gestern Abend mit großer Mehrheit den Grundsatzbeschluss für ein neues Stadtbuskonzept gefasst. Die Umsetzung soll im zweiten Halbjahr 2019 starten. weiter lesen