Mit Muffins und Plakaten

"Lass dich nicht abspeisen": Der Equal Pay Day am Freitag hatte eine klare Botschaft. Mit Broschüren, Plakaten und selbstgebackenen Muffins forderten die Frauen des Verdi-Bezirk Fils-Neckar-Alb Lohngleichheit.

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"Wir sind hier, weil wir zeigen wollen, dass wir uns nicht mit 22 Prozent Verdienstunterschied abspeisen lassen", sagt Ingeborg Gerhardt. Die Vorsitzende des Bezirksfrauenrates Fils-Neckar-Alb steht gemeinsam mit weiteren Frauen an einem Infostand vor der Marienkirche.

Erstmals haben sie sich am "Equal Pay Day" getroffen, um auf die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern aufmerksam zu machen. "78 Prozent der Minijobs sind von Frauen belegt. Wir wollen, dass die Sozialversicherungspflicht ab dem ersten Euro gilt", fordert Gerhardt.

Die 22 Prozent Verdienstunterschied seien bundesweit gerechnet, in Baden-Württemberg liege die Lohnlücke sogar derzeit bei 27 Prozent. Gründe für die unterschiedliche Bezahlung sieht die Vorsitzende des Bezirksfrauenrates vor allem darin, dass Frauenberufe schlechter eingruppiert seien: "Eine Ausbildung in der Altenpflege dauert drei Jahre. Man ist psychisch und physisch hohen Belastungen ausgesetzt, muss oft am Wochenende arbeiten und hat trotzdem einen schlechten Verdienst", kritisiert Gerhardt. Im Vergleich zu einem Mechatroniker, dessen Ausbildung gleich lange dauert, werde die Arbeit der Frau nicht gleich wertgeschätzt. Ein weiteres Problem sei der Wiedereinstieg ins Berufsleben, beispielsweise nach einer Familiengründung. Weibliche Führungskräfte die in Teilzeit arbeiten, gebe es kaum. Da blieben den Frauen oft nur noch die Minijobs. Der aus den USA stammende Equal Pay Day wurde in Deutschland erstmals 2008 organisiert. 2011 machten rund 90 000 Aktivistinnen bei 370 Veranstaltungen auf die Lohnunterschiede von Männern und Frauen aufmerksam.

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