Mit den Kindern in den Wald

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Eine der waldreichsten Gemeinden bekommt nun auch ihren Waldkindergarten – zunächst unter Regie der Kommune, eine spätere Vereins-Trägerschaft ist aber nicht ausgeschlossen. Im Grundsatz waren sich die Räte einig: Bei fünf Gegenstimmen entschied sich das Gremium, beim Forst die Genehmigung für den Standort „Hinteres Manental“ bei Holzelfingen zu beantragen.

  Der Waldkindergarten soll rund 800 Meter westlich des Parkplatzes „Ameisenlehrpfad“ entstehen. Der befindet sich auf dem landwirtschaftlichen Weg, der  parallel zur Kreisstraße 6733 zwischen Holzelfingen und Engstingen verläuft. Am Waldrand, nahe eines Tiergeheges, soll ein geräumiger Bauwagen aufgestellt werden, der bei schlechtem Wetter für Schutz sorgt. Mit nur fünf Pro-Stimmen schied das von der Gemeinde auch in Betracht gezogene Waldareal nahe der Kalkofenhütte, fünf Straßenkilometer westlich der B 312 zwischen Unterhausen und Honau, aber aus.

Das pädagogische Konzept soll noch im Detail festgelegt werden. Doch eine Stellenausschreibung fürs Personal soll demnächst schon veröffentlicht werden. Auf jeden Fall bestehe hinsichtlich der Bedarfszahlen für die kommenden Jahre die Notwendigkeit eines solchen Kindergartens, wobei – obwohl erst geplant – es sogar schon 13 Anmeldungen gibt.

„Waldkindergärten“ oder „Naturkindergärten“  sind weiter im Aufwind. Die meisten davon stehen in Baden-Württemberg unter der Trägerschaft von Vereinen. Als „Initialzündung“ unter der Regie der Gemeinde will Bürgermeister Peter Nußbaum das Projekt starten. Doch machte er auf Nachfragen hin klar, dass auch eine künftige Vereinsträgerschaft möglich sein kann.

Mehrheitlich sprachen sich die Räte für das Hintere Manental aus, dies auch deshalb, weil im Notfall der Ort von Rettungskräften, wie hier dem DRK Engstingen, schnell erreicht werden könne.

Diese Auffassung bekräftigte Wilfried Schneider (FWV), der es zudem  für wichtig erachtet, dass der Start auf jeden Fall in kommunaler Trägerschaft erfolgen solle. So sieht das auch Britta Waschl (SPD). In einem Verein jedenfalls herrsche stets eine „hohe personelle Fluktuation“ bei den Eltern “, da Kinder schließlich immer nur eine relativ kurze Zeit in Kindergärten verbringen.

Susanne Kromer sieht indes im Verein als Träger viele Vorteile. „Und die Eltern haben dort ja nicht nur eine Mitwirkungspflicht, sondern auch Mitwirkungsrechte“. Ebenso wie ihr Fraktionskollege Arnold Sendler kritisierte sie, dass das Thema „Naturkindergarten“ bei der Planung nicht in Betracht gezogen wurde. Das Zellertal oder das Reißenbachtal wären hierfür ideale Orte gewesen.

Alfons Reiske (SPD) erfuhr über die Kosten von Beatrice Herrmann, der Leiterin des Amts für Familie und Bildung, dass ein Bauwagen für rund 50 000 Euro zu haben ist. Diese, auch „Tiny Houses“ genannten, Unterkünfte mit einer kleinen Spielfläche sind acht auf 2,50 Meter groß – und weitaus schöner anzusehen als klassische „Bauwagen“.

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