Mit dem Sinn für das Machbare

Besser als erwartet sehen die Haushaltszahlen für das laufende Jahr aus. Das liegt vor allem an den gestiegenen Zuwendungen des Landes, weniger aber an der eigenen Wirtschaftskraft.

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    Abriss: Dem Kindergarten "Enge Straße" folgt 2013 ein Neubau. Foto: Herdin
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"Nach schwäbischer Manier bodenständig", urteilte Bürgermeister Peter Nußbaum am Donnerstag über den dort vom Gemeinderat einstimmig verabschiedeten Haushaltsplan 2012. Alle Beteiligten hätten Sinn gehabt für das Machbare und das, was man eben noch aufschieben müsse, so Nußbaum, der den Alt-Bundespräsidenten Theodor Heuss mit den Worten: "Sparen, das ist die goldene Mitte zwischen Geiz und Verschwendung" - und eben dies treffe den Lichtensteiner Etat "allemal zu", so Nußbaum, der betonte: "Dieser Haushalt steht auf einem guten Fundament und versetzt uns erstmals seit langem in die Lage, notwendige Vorhaben anzugehen, die bislang im Unterhaltungs-Stau geparkt werden mussten.

Und das ist beispielsweise die Komplettsanierung der Sanitäranlagen im Hallenbad für 280 000 Euro, wobei die Gemeinde davon ausgeht, dass hierfür aus dem Ausgleichsstock des Landes noch 130 000 Euro kommen könnten. Hinzu kommen die lange geschobene Renovierung der Göllesbergsteige sowie der Abriss und der Neubau des Kindergartens Enge Straße, was bis Ende 2013 rund eine halbe Million Euro kosten wird. Der künftige Ort steht noch nicht fest.

Die Straßenbeleuchtung soll mit der - leider noch - recht teuren LED-Lampentechnik ausgestattet werden, was zwar 110 000 Euro in zwei Jahren kosten wird. Dafür gibt es aber 25 Prozent Zuschuss des Landes. Deutliche Einsparungen bei den Stromkosten wurden bereits kalkuliert, mit künftig sagenhaften 130 000 Euro pro Jahr.

Ein ständiger Wermutstropfen ist die Wirtschaftskraft der Gemeinde, im engen Echaztal ist jedenfalls kein Platz mehr für eine Expansion von Industrie und größeren Gewerbebetrieben. Immerhin wurden 1,5 Millionen Euro Gewerbesteueranteil eingefahren. Der Gesamthaushalt beläuft sich auf 18,6 Millionen Euro, wobei es eine Zuführung vom Verwaltungshaushalt in Höhe von 405 000 Euro für den Vermögensetat geben wird (wir berichteten).

Ansonsten werde konsolidiert, wobei die bestehenden Standards gesichert würden. Mehr noch: Nußbaum erkennt eine "Stärkung und Festigung bestehender Einrichtungen und der Infrastruktur".

Kämmerer Steffen Wagner, der allenthalben Lob für sein über 300 Seiten umfassendes Werk erhielt, erwartet auch für 2013 eine positive Zuführungsrate. Gleichwohl plante er sicherheitshalber 500 000 Euro für Kredite ein. Die 900 000 Euro aus dem Plan 2011 jedenfalls wurden nicht benötigt. Jakob Buck von der CDU lobte: "Es wird Wichtiges auf den Weg gebracht." Er befürwortet, dass in Sachen Energiekosten der Gemeinde bald eine große Bestandsaufnahme folgten werde, auch hält er den noch zu erarbeitenden Ortsentwicklungsplan "für sehr hilfreich". Vorsichtig indes habe man mit dem Verkauf von Grundstücken und möglichen Entnahmen aus den Rücklagen umzugehen.

In seiner sehr ausführlichen Betrachtung des Etats 2012 betonte Wilfried Schneider (FWV): "Wir gehen weiter bis an die Grenzen unserer Leistungsfähigkeit, um die guten Standards für die Bürger zu erhalten." Gut sei, dass es bald auch eine Untersuchung über die Organisations-Strukturen der Gemeinde-Verwaltung geben werde. Zu achten sei darauf, dass die medizinische Versorgung im Ort erhalten bleibe.

Alfons Reiske von der SPD machte klar: "Alles, was nicht zur Tat wird, ist nichts wert." Trotz aller Planungen sei es wichtig, die Dinge auch zu realisieren. Reiske rechnet bei allem Positiven "mit weiter steigenden Kosten für die Gemeinde, wie auch mit "steigenden Bedürfnissen der Bevölkerung".

Susanne Kromer (Grüne) befand auch mit Blick auf die neue Regierung in Stuttgart: "Wir können positiv in die Zukunft schauen." Gut sei, so Kromer, die selbst Erzieherin in einem Kindergarten ist, die Erweiterung der Ganztages- und der Kleinkindbetreuung. Eher negativ sieht sie den enorm hohen Abmangel im örtlichen Bestattungswesen, hier müssten mehr Einnahmen her.

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