Michael Schrenk schafft's

Der Nachfolger von Rudolf Heß heißt Michael Schrenk. Im ersten Wahlgang haben die Pfullinger ihn mit einer überwältigenden Mehrheit gewählt.

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Das war deutlich: Als der amtierende Schultes gestern Abend um 18.50 Uhr auf dem Pfullinger Marktplatz das Wahlergebnis verkündet hat, war freilich niemand verwundert. Der Herbertinger Bürgermeister Michael Schrenk war als haushoher Favorit ins Rennen gegangen. Und tatsächlich: Mit 3861 Stimmen und 64,5 Prozent hat er die Konkurrenz weit hinter sich gelassen. Gegenkandidatin Sabine Lauffer schaffte es gerade mal auf 20,8, Mitbewerber Dr. Horst Raichle auf 1,1 Prozent. Der aus dem Wahlkampf ausgestiegene René Schultz bekam 1,9 Prozent der Wählerstimmen. Karin Bauer, die kurz nach Ende der Bewerbungsfrist zurückgezogen hatte, holte erstaunliche 6,9 Prozent. Hoch auch der Anteil der Stimmen, die unter Sonstiges anfielen: 4,9 Prozent der Wähler hatten ihre eigenen Favoriten auf die Stimmzettel geschrieben. Erschreckend niedrig die Wahlbeteiligung von 42 Prozent. Auch wenn der amtierende Schultes Rudolf Heß bei der Bekanntgabe des Ergebnisses gleich relativierte: Der Landesschnitt bei ähnlichen Wahlen liege auch nur knapp über 45 Prozent.

„Ich bin etwas heiser, aber nicht sprachlos. Und ich bin froh, dass sie sich im ersten Wahlgang für mich entschieden haben“, verkündete der 44-jährige Herbertinger, als er zusammen seiner Frau Katrin und den Adoptivkindern Reinel und Maria Isabela auf die Stufen des Marktbrunnens trat. „Ich habe mich auf die Stimme des Volkes verlassen. Und die hat richtig entschieden“, so Schrenk, kurz nachdem er von Rudolf Heß Blumen in den Stadtfarben überreicht bekommen und die Stadtkapelle einen Tusch gespielt hatte.

Fast 600 Pfullinger waren auf den Marktplatz gekommen, um den neuen Bürgermeister zu sehen. Der freute sich, dass ihm nicht nur in Pfullingen und Kolumbien, wo seine Kinder herkommen, Leute die Daumen für die Wahl gedrückt hatten, sondern auch in Herbertingen, wo er jetzt Schultes ist. Damit freilich sorgte Schrenk eher unfreiwillig für Lacher.

„Danke an die Welt“ rief der Verwaltungsfachmann dann noch in die Menge. Seiner Linie, erstmal zu hören, was die Bürger sagen, will er auch nach der Wahl treu bleiben, erklärte Schrenk gegenüber unserer Zeitung. Er weiß auch, dass wichtige Entscheidungen – wie die über Tempo 30 oder den Lärmaktionsplan – in den Beginn seiner Amtszeit fallen. „Ich will aber auch weiterführen, was beschlossen ist.“ Und er will rechtzeitig vor Amtsantritt nach Pfullingen ziehen, auch wenn es ein bisschen dauern könne, bis die Familie nachkomme.

Unter den zahlreichen Gratulanten war auch Mitbewerber Dr. Horst Raichle. Im Gegensatz zu Karin Bauer, die auf den Marktplatz gekommen war, wurden Sabine Lauffer und René Schultz nicht gesichtet. Die Stadträte indes sehen der Zusammenarbeit mit Schrenk ab dem 14. Januar – dann endet die Ära Heß – zuversichtlich entgegen. Gert Klaiber (CDU) hätte sich keinen anderen Kandidaten als Sieger vorstellen können: „Es gab keine Alternative“. Klaiber ist froh, dass wieder „ein guter Fachmann Bürgermeister wird“. Sven Schauenburg (FWV) ist „insgesamt zufrieden, dass alles im ersten Wahlgang entschieden wurde“. Auch wenn die Wahlbeteiligung viel zu gering gewesen sei. Schauenburg freut sich genauso auf eine gute Zusammenarbeit wie Margrit Vollmer-Herrmann (SPD). „Es ist gut, dass die Pfullinger so klar votiert haben. Herr Schrenk bringt die notwendige Fach- und Sachkenntnis mit.“ Martin Fink (UWV) sprach von einem „überzeugenden Ergebnis.“ Er betonte aber auch, „dass den beiden anderen Kandidaten, die sich aktiv im Wahlkampf engagiert haben, Dank gebührt.“ Und Sigrid Godbillon (GAL) meinte nach der Verkündung der Ergebnisses kurz und trocken: „Es ist okay. Wir werden mit ihm zurechtkommen.“

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