Mehr Verletzte im Kreis

Einen leichten Rückgang der Unfallzahlen, aber mehr Verletzte verzeichnet das Verkehrslagebild für den Kreis. Der Alkohol forderte mehr Schwerverletzte, zudem sind die Mehrzahl der Verkehrstoten Senioren.

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Die Zahl der Verkehrsunfälle im Landkreis Reutlingen ist im vergangenen Jahr erstmals seit 2006 nicht gestiegen.  Foto: 

Entgegen der Entwicklung im Bereich des Polizeipräsidiums Reutlingen mit den drei Kreisen Reutlingen, Esslingen und Tübingen insgesamt und entgegen dem Landestrend sind die Verkehrsunfälle im Kreis Reutlingen zum ersten Mal seit 2006 nicht gestiegen, sondern um 40 auf 8327 zurückgegangen, berichtet Andrea Kopp von der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit beim Polizeipräsidium. Dabei sei der Rückgang ausschließlich bei den Unfällen mit Sachschaden zu verzeichnen. Bei 1044 Unfällen (2013: 1026) kam es zu Personenschaden. Die Höhe des volkswirtschaftlichen Schadens beträgt etwa 112,8 Millionen Euro

Die Zahl der Getöteten und Verletzten ist wie schon im Jahr 2013 auch 2014 nochmals angestiegen. Bei 13 (2013: 14) Verkehrsunfällen kamen 15 Menschen ums Leben (2013: 14). Die Anzahl der Schwerverletzten stieg gegenüber dem Vorjahr um 17 und damit 7,6 Prozent auf 241. Die Zahl der Leichtverletzten wuchs 44 (4,2 Prozent) auf 1103.

Häufigste Unfallursache waren mit 691 Unfällen Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren, gefolgt von 614 Vorfahrtsverstößen. Bei den Unfällen mit schweren Folgen ist Geschwindigkeit noch immer Hauptunfallursache. Ein Drittel der tödlichen Unfälle im Landkreis sind auf überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen.

Die in den vergangenen Jahren erfreulichen Rückgänge bei den alkoholbedingten Unfällen haben sich im Jahr 2014 im Kreis leider nicht fortgesetzt, stattdessen sind diese Unfälle um sieben auf 110 gestiegen. Ein Anstieg um 13 Prozent ist bei den auf 43 ist bei den Unfällen mit Personenschaden zu verzeichnen. Dabei wurden 21 Menschen (2013: 9) schwer, 31 (2013: 39) leicht verletzt. Wie 2013 gab es keinen Verkehrstoten, der Opfer von Alkohol im Straßenverkehr wurde.

Die Entwicklung der Zweirad-/ Motorradunfälle unterscheidet sich im positiven Sinn vom Landestrend und dem übrigen Präsidiumsbereich: Die Zahl der Unfälle mit motorisierten Zweiradfahrern stagniert bei 214, die Unfälle mit Personenschaden weisen einen Rückgang um neun Prozent auf. 124 (2013: 123) Zweiradfahrer wurden leicht verletzt. Die Zahl der Schwerverletzten in dieser Gruppe ging von 55 auf 46 zurück. Dies darf aber nicht über die insgesamt schweren Folgen vieler Motorradunfälle hinwegtäuschen. Wie im Vorjahr waren vier getötete Motorradfahrer zu beklagen.

Ein besonders schwerer Unfall ereignete sich am 8. Juni zwischen Münsingen-Buttenhausen und Hundersingen, wo ein 25-jähriger Motorradfahrer beim Überholen eines andern Motorrads frontal mit einem entgegenkommenden, ebenfalls 25 Jahre alten Biker zusammenprallte. Die beiden jungen Männer starben. Der 69-jährige Fahrer des überholten Motorrads stürzte und wurde schwer verletzt.

In 58 Prozent der Unfälle verursachten die Biker den Unfall selbst, bei Unfällen mit schweren Personenschäden fielen vor allem die Ursachen Geschwindigkeit, Überholen und Vorfahrtsverletzungen auf.

Die Radfahrunfälle sind um neun Prozent auf 277 gestiegen, wobei es sich bei 17 um Elektrofahrräder handelte. Wie schon 2013 wurden zwei Radler getötet. Die Zahl der Schwerverletzten blieb mit 44 (2013: 45) fast unverändert, die Leichtverletztenzahl stieg um 25 auf 194.

Die Zahl der Fußgängerunfälle blieb mit 109 unverändert hoch. Ein Fußgänger verlor sein Leben, 2013 waren es drei gewesen. Die Zahl der Schwerverletzten stieg von 20 auf 29. Mit 76 Fußgängern war bei den Leichtverletzten ein geringfügiger Rückgang (2013: 80) zu verzeichnen. In knapp zwei Drittel der Unfälle wurden die Fußgänger unverschuldet in einen Unfall verwickelt.

Leider nicht fortgesetzt hat sich im Kreis Reutlingen der Rückgang der Unfälle der Risikogruppe "Junge Erwachsene", die an 751 Unfällen, das sind 37 mehr als im Vorjahr, beteiligt waren. Auch die Zahl der Verletzten stieg hier an, so waren im vergangenen Jahr 80 Schwerverletzte zu beklagen, was einen Zuwachs um 17 Prozent bedeutet. 379 Personen, das sind 53 mehr als 2013, wurden leicht verletzt. Ein junger Erwachsener starb, 2013 waren es drei gewesen. Wie im Präsidiumsbereich insgesamt wurden auch im Landkreis Reutlingen 54 Prozent der Unfälle von jungen Erwachsenen verursacht.

Unfälle mit Senioren ab 65 Jahren sind im Landkreis Reutlingen nur marginal zurückgegangen und liegen mit 615 auf unverändert hohem Niveau. Bei diesen Unfällen wurden elf Personen (2013: 8) getötet, darunter neun Senioren. Damit liegt der Anteil der Senioren an den im Landkreis Reutlingen insgesamt tödlich Verunglückten (15) bei 60 Prozent. Bei den Schwerverletzten ist ein Plus von 24 Prozent auf 57, darunter 41 Senioren, zu verzeichnen. 177 Menschen, davon 82 Senioren, wurden leicht verletzt. Das sind 61 weniger als im Vorjahr.

Auch wenn im Vergleich zu 2013 ein leichter Rückgang der Verkehrsunfallfluchten um 38 Fälle zu verzeichnen war, liegt die Zahl mit 1539 auf anhaltend hohem Niveau. Fast jeder dritte Fall konnte aufgeklärt werden. Bei den 65 Unfallfluchten nach Verkehrsunfällen mit Personenschaden beträgt die Aufklärungsquote sogar 52 Prozent.

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