Manz AG entlässt 174 Mitarbeiter

Die Manz AG hat gestern die Entlassung von insgesamt 174 Mitarbeitern bekannt gegeben. 51 davon arbeiten am Standort in Reutlingen, drei in Tübingen. Das Unternehmen reagiert auf drastische Umsatzeinbußen.

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Die Erwartungen der Manz AG an das laufende Geschäftsjahr waren mit einem prognostizierten Umsatz von gut 320 bis 340 Millionen Euro sehr hoch. "Es sollte das beste Jahr in der Firmengeschichte werden", sagte Pressesprecher Axel Bartmann gestern gegenüber unserer Zeitung. Aufgrund des guten Auftragspolsters wurden seit vergangenen September 122 neue Mitarbeiter eingestellt, darunter allein 70 in Deutschland. Doch bereits im ersten Halbjahr gab es eine Vielzahl von Auftragsstornierungen sowie Verschiebungen seitens der Kunden, zu denen auch Apple gehört, auf das kommende Jahr. Rund 60 Millionen Euro an erwartetem Umsatz sind so laut Bartmann in den ersten Monaten weggefallen.

"Bereits im Juni unternahm die Manz AG eine erste Anpassung, gefolgt von einer neuerlichen Korrektur im Oktober", so Bartmann weiter. Das Unternehmen taxiert den Umfang der zurückgezogenen beziehungsweise verschobenen Aufträge auf ein Gesamtvolumen von rund 140 Millionen Euro. Auf der Kostenseite standen dagegen weiterhin die aufgrund der Einstellungen höheren Personalausgaben. "Im Produktionsbereich gab es Überkapazitäten".

Als Ursache für die verschlechterte Auftragslage nennt Bartmann die konjunkturelle Abschwächung in China sowie Turbulenzen am chinesischen Kapitalmarkt.

Der Konzern zog die Reißleine und ließ ein Sparprogramm aufstellen. Dazu gehört, wie es gestern hieß, die Anpassung der Kapazitäten an den deutschen und internationalen Standorten. Betroffen von den Kündigungen sind neben Mitarbeitern in Reutlingen und Tübingen auch Karlstein bei Aschaffenburg sowie Tettnang. Dieser Standort mit 13 Beschäftigten wurde erst im April übernommen, so Bartmann und entfällt komplett. Sieben Mitarbeiter von dort wechseln nach Reutlingen. Das Gros der an ausländischen Standorten entlassenen Mitarbeiter betrifft China (31) und Taiwan (47) - dort werden die Aufgaben präzisiert und durch eine Reduzierung der Personalkosten profitabler zu erledigen, teilte das Unternehmen mit. Zudem werden Teile der Produktion von Deutschland in das chinesische Werk in Suzhou verlagert, um dort die Auslastung zu verbessern, Kosten zu senken und die Kundennähe zu nutzen. Unterm Strich sollen Einsparungen von 7 Millionen Euro erzielt werden.

Den von der Kündigung betroffenen Mitarbeitern wurde eine individuelle Abfindung angeboten. "Sie können bis zum Ende ihrer Kündigungsfrist weiter arbeiten oder vorzeitig in eine andere Firma wechseln", so Bartmann. Das Unternehmen verfügt über keinen Betriebsrat, jedoch gibt es eine freiwillige Mitarbeitervertretung. Diese war laut Bartmann in die unter den üblichen sozialen Aspekten erfolgte Auswahl der Entlassungen einbezogen.

Das Maschinenbauunternehmen setzt künftig verstärkt auf die Sparte Speichertechnologien sowie den Bereich "Electronics", also den Bau von Anlagen zur Herstellung von Smartphones und Tablets. "Das bleibt ein Wachstumsmarkt".

Dagegen steht eine Entscheidung über die Zukunft des Solarbereichs noch aus. Derzeit werden laut Unternehmensmitteilung die "strategischen Optionen geprüft". Seit fast fünf Jahren gebe es keine wesentlichen Aufträge mehr nach dem Aufbau von Überkapazitäten auf dem chinesischen Markt.

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