Magie zwischen Eisblock und Eisenbahnschienen

Mit einem Feuerwerk magischer Unterhaltung und einzigartiger Tricks verzauberten die Ehrlich-Brothers ihr Publikum in der Stadthalle. Da störte es kaum, dass es fast die gleiche Show war wie vor einem Jahr.

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Frisch aus dem iPad gepellt: Chris und Andreas Ehrlich (rechts). Foto: Jürgen Herdin

"Magie - Träume erleben", so heißt das Programm, das außer zu Beginn wenig Neues bot: Funken fliegen, Eisenbahnschienen verbiegen die Jungs wie Butter - und zum Finale rieseln stimmungsvoll Schneeflocken: Alles schon einmal dagewesen, im vergangenen Jahr. Damals witzelten die Ehrlich-Brothers allerdings noch, ob sie die Reutlinger Listhalle mit ihrer Pyrotechnik gleich abfackeln sollten. Schließlich kam kurz danach ja eh der Abrissbagger.

Doch die Show der Brüder Andreas (35) und Chris Ehrlich (32) schauen sich die Leute schon deshalb gerne ein zweites Mal an, weil sie irgendwie doch hinter die Tricks kommen wollen, die das charmante Geschwisterpaar zu der Größe in Sachen Zauberei und Magie in Europa gemacht haben. Und sie suchen sich Partner, die ihnen noch eine größere Plattform bieten. Als da wäre die penetrante, komödiantische Nervensäge Mario Barth, ein Hansdampf in allen Gassen, der demnächst das ganze Berliner Olympiastadion füllen wird.

Ihn schalteten die Gebrüder Ehrlich während ihres Auftritts am Freitagabend live in die Reutlinger Stadthalle zu. Eine Besucherin, die sich vorher kreischend als Barth-Fan geoutet hatte, zog für sich aus einem großen Kasten zwei Ehrenkarten für den Mega-Auftritt des Comedians am Pfingstwochenende in Berlin. Weiterhin gerühmt werden die Ehrlich-Brothers, weil das Duo aus dem Nordostwestfälischen seine Kunst kompromisslos mit offenen Karten zelebriert. Auf der Großleinwand ist aus der Nähe zu sehen, was sie machen, wenn sie tricksen. Ohne aber dass die Leute auch nur ansatzweise darauf kommen, wie man aus einem Fünf-Euro-Schein einen Fünfziger macht. Die Kamera hielt da voll drauf, den Besuchern blieb die Spucke weg.

Überhaupt gehört das Interaktive in der Show der Zauberbrüder mit zum Besten, was die Zunft leisten kann - und vor allem zu leisten bereit ist. Kaum waren Andreas und Chris zum Auftakt wie durch Zauberhand einem überdimensionalen iPad entstiegen, Chris brachte gleich eine Harley Davidson mit, holten die beiden Magier sofort Leute aus dem Publikum auf der Bühne. Das sorgt nicht nur für jede Menge Spaß, sondern kann als der Qualitätsbeweis schlechthin gelten. Die Gäste können den Künstlern direkt auf die Finger schauen, aus denen wieder eine verbogene Gabel oder eine Spielkarte kommt.

Und wenns mal mit der Response aus dem Publikum nicht gleich so klappt, tönen die Jungs, und das am Freitag gleich ein Dutzend Male: "Reutlingen ist anders!"

Und wieder haben sie, begleitet von einer atemberaubenden Light-Show, Eisenbahnschienen verbogen, eine Münze in ein Glas gezaubert und ein liebestolles Kamel auf charmant-tapsige Weise plappern lassen. Und - ganz neu: Die EhrlichBrothers verwandeln handwarmes Wasser per Wimpernschlag in einen massiven Eisblock.

Der große Spaß endet mit rieselnden Schneeflocken, die scheinbar aus dem Nichts - einer offenen Handfläche - kommen. Auch das sieht das Publikum immer wieder gerne: Womöglich dann ja auch am 9. Mai 2015 - erneut in Reutlingen.

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