Leuchtende Augen in der Zirkusarena

Artistik, Jonglage, Akrobatik - im Reutlinger Kinderzirkus zündeten am Dienstag sieben- bis zwölfjährige Künstler ein wahres Feuerwerk an Attraktionen.

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Die Sieben- bis Zwölfjährigen hatten viel Spaß bei den Vorführungen.  Foto: 

Mit einem oder auch mit vier Bällen jonglieren, sich immer Millimeter am (nicht allzu tiefen) Abgrund auf einem dünnen Drahtseil vorsichtig vortasten, auf einer großen Kugel durch das weite Rund der Zirkusarena balancieren, Diavolos durch die Luft sausen lassen und kunstvoll wieder auffangen, Ropeskipping vom Feinsten oder auf einem schwankenden Brett das Gleichgewicht halten - insgesamt 70 Kinder zeigten all das gestern als Abschluss ihres Kinderzirkus-Workshops in einer großen Aufführung im Zelt des Circus Relaxx auf dem Parkplatz beim Freibad.

"Wie immer war dieses Projekt ein Riesenerfolg und hat den Kindern auch im elften Jahr wieder sehr viel Spaß gemacht", sagte Regina Schaller als zuständige städtische Jugendreferentin und Organisatorin des Kinderwinterzirkus. Weil der Landkreis als Kooperationspartner mit von der Partie war, stand Schaller Jürgen Jünger zur Seite - der zwar seit einem Jahr nicht mehr für die Jugend im Landkreis zuständig ist, sondern für die Asylbewerber in Metzingen. Den Kinderzirkus ließ er sich aber nicht nehmen - und hatte somit das eine mit dem anderen sinnvoll verbunden: Er hatte einige Flüchtlingskinder mitgebracht.

"Insgesamt waren 16 Asylkinder und fünf Kids mit Handicap dabei", berichtete Regina Schaller. Seit vier Jahren hat der Reutlinger Kinderzirkus den integrativen Ansatz, "seitdem arbeiten wir auch mit dem Zirkus Risolino aus Radolfzell zusammen", erzählte die Jugendreferentin. Die Zirkuspädagogen verstehen sich nämlich auch auf die Integration von behinderten Kindern bei solchen Projekten. "Besonders toll war in diesem Jahr aber auch die Einbeziehung der Flüchtlingskinder", betonte Schaller. "Manche haben zwischen den Trainingseinheiten Bilder von Krieg und Panzern gemalt, dann aber voller Begeisterung bei den Artistik- oder Jonglagenummern mitgemacht." Die Verständigung mit den Kids sei mit Händen und Füßen erfolgt, weil sie noch kein Deutsch konnten - die leuchtenden Augen hätten sich aber als deutlicher Beweis für ihre Begeisterung erwiesen.

"Das ist ein Grund mehr, warum der Kinderzirkus auch nächstes Jahr wieder angeboten werden muss", betonte Gabriele Beier, Rektorin der Fachschule für Sozialpädagogik Reutlingen. Die Schule ist der dritte Kooperationspartner des Projekts, zahlreiche künftige Erzieherinnen hatten sich eingebracht und "fünf Tage zwischen 8.30 und 16 Uhr fast eine Eins-zu-eins-Betreuung der Kinder gewährleistet", sagte Schaller. Was noch fehlt, damit auch im Januar 2016 wieder dieser ganz besondere Zirkus durchgeführt wird? "Stadt und Landkreis sollten unbedingt wieder die Finanzierung zusagen", betonte Beier.

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