Letztes öffentliches Blumenbeet in der Stadt

Anfang Mai hatten die Stadtgärtner die öffentlichen Pflanzbeete von Verblühtem befreit und mit Sommerblumen bepflanzt. Einen kümmerlichen Rest gibts nur noch am Listplatz, an der Planie nicht mehr.

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Am Listplatz gibt es die mittlerweile einzigen Sommerflor-Beete in der Stadt. Foto: Dietmar Czapalla

Die Zeiten, als noch an vielen Stellen der Stadt farbenprächtige Sommerblumenbeete angelegt wurden und auch an allen Ortseinfahrten Reutlingens für weithin sichtbares Blühen sorgten, gehören längst der Vergangenheit an. Nachdem 2004 fast alle öffentlichen Beete nochmals verkleinert wurden, mussten vor fünf Jahren sogar sämtliche Beete auf der Pomologie daran glauben. "In diesem Jahr gab es keine weiteren Reduzierungen", war im Frühjahr 2010 von der Abteilung Grünpflege beim Amt für Straßen, Umwelt und Verkehr zu hören. Nicht so im vergangenen Jahr, wo die ohnehin schon arg geschrumpften Blumenbeete am Listplatz noch weiter verkleinert wurden. "Salamitaktik", kommentierte ein Blumenfreund dieses Vorgehen der Stadt. An der Planie fielen nun auch noch die letzten kleineren Sommerflor-Beete dem Rotstift zum Opfer.

Auf den in der Stadt noch übrig gebliebenen wenigen Standorten waren die Stadtgärtner um ihren Vorarbeiter Bernd Bröhm auch in diesem Frühjahr wieder im Einsatz. Nach ausgeklügelten Plänen und Pflanzlisten haben sie eine wunderbare Blütenwelt geschaffen.

Die Beete rund um das Rathaus waren wieder zuerst an der Reihe. Danach ging es am Listplatz weiter, wo mit Fleißigen Lieschen, Begonien, Cap-Astern, Tagetes, Verbenen, Salvien und als Strukturpflanzen Lantanen- und Fuchsienstämmchen sowie Ziertabak und Rhizinus die Voraussetzungen für ein sommerlanges, farbenprächtiges Blühen geschaffen wurden. Dabei mussten die Stadtgärtner zu ihrem Leidwesen registrieren, dass die zu bepflanzenden Beete abermals verkleinert worden waren. "Wenn das so weitergeht, wird auch hier bald gar nichts mehr blühen", meinte ein Passant. "Genau so wie an der Einfahrt in Orschel-Hagen, im Stadtgarten und der Planie, ich verstehe das nicht", sagte ein anderer Blumenfreund.

Von der sommerlichen Blütenpracht früherer Jahre ist nur noch sehr wenig geblieben. Ein paar Pflanztröge am Rathaus, dazu noch Balkonkästen an ein paar exponierten Stellen der Stadt und an den Rathäusern der Bezirksgemeinden. Mehr nicht, wo sie doch den zahlreich erwünschten Besuchern der Stadt quasi als "Visitenkarte" einen ersten guten Eindruck vermitteln könnten. Dazu allerdings müsste man sich unter anderen nach Tübingen, Mössingen, Metzingen, Bad Urach und Nürtingen begeben. Inzwischen pfeifen die Spatzen von den Rathausdächern, dass in Sachen Blühen weitere Einsparungen bevorstehen. Da passt es ins Bild der Stadt, dass auch im so genannten Bürgerpark, der Außenanlage rund um die Stadthalle, keine blühenden Beete vorgesehen sind. "Wir wollen doch als Stadt einen guten Eindruck hinterlassen", hauen nicht nur die Stadtgärtner selbst, sondern viele Bürger in die gleiche Kerbe. "Sehr viele Menschen bleiben stehen, bewundern die Blumen und loben uns. Sie haben einfach Freude daran. Manche aber schimpfen auch" - nicht über die Stadtgärtner, sondern über "die Zuständigen bei der Stadt, die für die Blumenbeete in der Stadt immer weniger übrig haben". Dieses oder Ähnliches bekommen die Stadtgärtner immer häufiger zu hören. Jetzt, mitten im Sommer, haben sich die am Listplatz noch verbliebenen öffentlichen Blumenbeete prächtig entwickelt - und sorgen für wenigstens etwas Farbe in der Stadt.

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