Lernen auf der Streuobstwiese

Bei der Ehrenamtsakademie ließen sich 25 Apfelbaumpaten bei einem Schnittkurs auf einer Streuobstwiese im Hohbuch weiterbilden. Referent war Axel Rieber von der städtischen Abteilung Grünflächen.

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Möglichst viel lernen wollten die Schnittkurs-Teilnehmer von Fachmann Axel Rieber (rechts).  Foto: 

Streuobstwiesen in Baden-Württemberg prägen mit 180 000 Hektar maßgeblich die Kulturlandschaft. Fast jeder zweite Streuobstbaum steht im "Ländle" und dennoch ist deren Bestand auch bei uns stark rückläufig. So haben Streuobst-Erhebungen ergeben, dass von fast 18 Millionen Obstbäumen im Jahr 1965 und 11,4 Millionen 25 Jahre danach im Jahr 2008 neun Millionen übriggeblieben sind. Aktuell sollen auf den Streuobstwiesen des Landes nur noch rund acht Millionen Obstbäume zu finden sein. Zumal an 80 Prozent der Exemplare kein Baumschnitt mehr durchgeführt wird, ist deren Überalterung gravierend.

Diesem besorgniserregenden Trend will man zunehmend entgegen wirken. Die Stabsstelle Bürgerengagement, das Amt für Straßen, Grünflächen und Umwelt und die Umweltpaten der Stadt engagieren sich gemeinsam mit den Organisatoren von "Feines von Reutlinger Streuobstwiesen" seit zwei Jahren für das Projekt "Apfelbaumpaten". Das Projekt startete Mitte März 2013 mit einer Obstbaum-Pflanzaktion im Hohbuch. 32 Schülerinnen und Schüler der Hohbuchschule sowie deren 20 der Bodelschwinghschule pflanzten unter den Augen von Anke Bächtiger von der Stabsstelle Bürgerengament acht Apfel- und einen Birnbaum-Hochstamm. Als Folge des Hagelunwetters wurde im Frühjahr 2014 - wiederum durch Schulkinder - nachgepflanzt und durch weitere Jungbäume ergänzt. Im Rahmen der Ehrenamtsakademie 2014/2015 hatte die Bürgerstabsstelle kürzlich zu einem Obstbaum-Schnittkurs in den Hohbuch auf die Streuobstwiese an der Elsa-Brändström-Straße eingeladen. Das Fortbildungsangebot richtete sich vor allem an die Paten von einem "Stück Reutlingen". 25 Interessierte, darunter acht Frauen, waren bei idealer Witterung gekommen, um im Rahmen des kostenlosen Kurses "möglicht viel dazu zu lernen", wie sie zu Beginn übereinstimmend sagten.

Zu Beginn des zweieinhalb Stunden währenden Schnittkurses ließ Referent Axel Rieber, Projektleiter Grünflächen der Stadt, nichts aus. Vom richtigen Werkzeug und Leitern der Obstbaum-Auswahl, von Unterlage und Edelsorte, Pflanzlochgröße, Baumpfahl und Verbisschutz, von Rückschnitt und seinem besten Zeitpunkt, von Stabilität, Belichtung, Leit- und Fruchtästen, Saftwage und vieles mehr brachte der ausgezeichnete Fachmann zu Gehör.

Am Beispiel zweier vor zwei Jahren gepflanzten Apfel-Hochstämmen und eines schon älteren, gänzlich ungepflegten Exemplares setzte Rieber das Gesagte eindrucksvoll in die Tat um. Am Ende hatten die Kursteilnehmer, so wie Klaus Stipalkowsky, vieles dazu gelernt. "Schade, dass ich einen meiner sechs Apfelbäume schon vor acht Tagen geschnitten habe, heute würde ich es viel besser machen", sagte der Reutlinger.

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