Landrat: "Wir sind LEADER-Region!"

Die Region "Mittlere Alb" wurde unter 25 Bewerbern in das EU-Förderprogramm LEADER der Jahre 2015 bis 2020 aufgenommen. Rund vier Millionen Euro stehen hier für besondere Projekte zur Verfügung.

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Vertreter von Team und LEADER-Aktionsgruppe 'Mittlere Alb' bei der Urkundenübergabe durch Ministerpräsident Winfried Kretschmann (3. von rechts), Landrat Thomas Reumann (links daneben) und Minister Alexander Bonde (5. von rechts) gestern im Neuen Schloss in Stuttgart.  Foto: 

Die Auszeichnung der Gewinnerregionen erfolgte am gestrigen Mittwoch in feierlichem Rahmen durch Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Minister Alexander Bonde im Stuttgarter Neuen Schloss. "Das EU-Regionalentwicklungsprogramm LEADER setzt auf aktive und gezielte Beteiligung der Menschen vor Ort. Sie kennen die Herausforderungen und die Potenziale ihrer Region am besten. Der grün-roten Landesregierung ist es ein besonderes Anliegen, die Bürger- und Zivilgesellschaft nachhaltig zu stärken. Deswegen haben wir LEADER zu einem zentralen Instrument ausgebaut, mit dem Bürgerinnen und Bürger ihre Heimat gestalten können", sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

"Der heutige Startschuss für die Regionalentwicklung mit LEADER ist ein kraftvoller Impuls für den ländlichen Raum. Statt bisher 57 Millionen Euro stehen nunmehr bis zu 84 Millionen Euro öffentliche Gelder zur Verfügung. 18 statt bisher acht LEADER-Aktionsgruppen können jetzt einen Beitrag leisten, die Attraktivität und Stärke unseres ländlichen Raums zu wahren und auszubauen", sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Alexander Bonde.

Reutlingens Landrat Thomas Reumann und Vertreter der LEADER-Aktionsgruppen nahmen die Urkunde entgegen. "Das Jahr 2015 könnte für uns nicht besser starten", freute sich der Landrat. "Die Aufnahme in das LEADER-Programm ist für unsere Region eine tolle Förderchance, die wir in den nächsten sechs Jahren mit vielen hundert Bürgerinnen und Bürgern, den Gemeinden, Vereinen und Verbänden erfolgreich nutzen werden", sagte Reumann. LEADER sei eine ideale Ergänzung für das Biosphärengebiet Schwäbische Alb. "Mit Hilfe von LEADER können wir das Biosphärengebiet durch wichtige Projekte der sozialen und ökonomischen Nachhaltigkeit abrunden", betonte der Reutlinger Landrat.

Für die Bewerbung wurde - unter Federführung des Kreisamtes für nachhaltige Entwicklung - ein überzeugendes regionales Entwicklungskonzept erarbeitet. Rund 70 Akteure, darunter viele Kommunen, Vereine und Verbände aus dem Sozial-, Gesundheits- und Kulturbereich, aus Landwirtschaft, Wirtschaft und anderen gesellschaftlichen Bereichen haben sich zu diesem Zweck zusammengeschlossen und ihre Projektideen in das Regionalentwicklungskonzept eingebracht. Außerdem haben viele Bürger die Chance genutzt und pfiffige Ideen im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsprozesses gemeldet.

Bei der großen Abschlussveranstaltung Ende September in der Zehntscheuer in Münsingen wurde dieses Konzept von allen Beteiligten verabschiedet und von über 70 Partnern unterzeichnet, die gemeinsam unsere Region durch LEADER voranbringen wollen.

Nächste Schritte werden nun die Gründung eines Vereins "LEADER Mittlere Alb", die Zusammenstellung eines schlagkräftigen LEADER-Teams sowie die Einrichtung einer LEADER-Geschäftsstelle in Münsingen sein. Die soll, so Münsingens Bürgermeister Mike Münzing, "dort sein, wo Menschen sich bewegen", also in der Stadtmitte. Bestimmte Räume hat er noch nicht im Blick. Aber klar ist, dass "jederzeit Räume im Rathaus oder in der Zehntscheuer" für Besprechungen zur Verfügung stehen.

"Es ist unser Ziel, dass die erste Förderrunde auf jeden Fall noch in diesem Jahr stattfinden wird", stellte der Reutlinger Landrat klar.

Für Reutlingens Grünen-Landtagsabgeordneten Thomas Poreski ermöglichen die Fördermittel für den ländlichen Raum zahlreiche innovative Projekte im LEADER-Aktionsgebiet Mittlere Alb. "Die Anstrengungen für die Bewerbung um die LEADER-Mittel haben sich gelohnt. Ich freue mich sehr über den Zuschlag für unsere Region und beglückwünsche Initiatorinnen und Initiatoren, Verantwortliche sowie alle, die sich für die Bewerbung engagiert haben. Das ist ein großer Erfolg für unsere Region", erklärte Poreski gestern. "Mit Leader haben wir viele Möglichkeiten, die Region fit für die Zukunft zu machen. Ich bin überzeugt, dass unsere Region die Chance nutzen wird und mit guten Projekten in den nächsten Jahren die Innovationskraft unserer Heimat unter Beweis stellen wird", erklärt der Grünen-MdL.

Hintergrund: LEADER

LEADER ("Liaison entre actions de développement de l´économie rurale") steht für die "Verbindung von Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft" und ist ein Förderinstrument der Europäischen Union zur Stärkung und Weiterentwicklung der ländlichen Räume. Für den Förderzeitraum 2014 bis 2020 werden die LEADER-Gebiete in Baden-Württemberg durch ein Wettbewerbs-Verfahren neu festgelegt.

Die LEADER-Region Mittlere Alb umfasst 16 Gemeinden im Landkreis Reutlingen und vier Gemeinden aus benachbarten Landkreisen, alle liegen im ländlichen Raum: Bad Urach - Ortsteile Hengen/Seeburg/Sirchingen/Wittlingen, Engstingen, Erkenbrechtsweiler, Gammertingen, Gomadingen, Grabenstetten, Hayingen, Hohenstein, Hülben, Lichtenstein - Ortsteile Holzelfingen/Honau, Mehrstetten, Münsingen, Neufra, Pfronstetten, Römerstein, Sonnenbühl, St. Johann, Trochtelfingen, Westerheim und Zwiefalten.

SWP

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