Kuscheltiere fordern bezahlbaren Wohnraum

Das Problem bezahlbaren Wohnraums ist in der Mitte der Bevölkerung angekommen. Als Stellvertreter für das Heer der Suchenden schickte die Liga der freien Wohlfahrtsverbände Kuscheltiere auf die Straße.

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Aussagen von Betroffenen halten die Kuscheltiere auf dem Marktplatz stellvertretend hoch.  Foto: 

Dieser Pulk der Demonstranten ist ein Hingucker: Dutzende flauschiger Schmusetiere halten kleine Transparente hoch, klagen über Wohnungsnot, Vermieterwillkür und überteuerte Mieten. "Das sind alles Aussagen von Wohnungssuchenden bei uns", erläuterte gestern am Spätnachmittag Stephanie Gohl, Abteilungsleiterin Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung beim Diakonieverband, auf dem Marktplatz.

Die Klientel der Liga der freien Wohlfahrtsverbände leidet besonders unter der Wohnungsnot. "Praktisch in jedem unserer Gespräche ist das ein Thema", berichtet Susanne Bauer von der Diakonie in Metzingen. "Der freie Wohnungsmarkt ist einfach zu teuer, besonders in der Stadt", sagt Gohl. Doch gerade in die Zentren zieht es die Menschen mit wenig Geld wegen der fehlenden Mobilität. Und längst ist das Problem in der Mitte der Bevölkerung angekommen. Auch eine klassische Familie mit einem Vollverdiener und zwei bis drei Kindern muss fast die Hälfte des Einkommens für Miete aufwenden - ohne Aussicht auf Wohngeld.

Weil aber "Wohnen ein Menschenrecht ist", fordern die Teilnehmer an der landesweiten Aktionswoche gegen Armut - neben der Liga auch der Mieterbund -, dieses Recht auch in die Landesverfassung aufzunehmen. Überhaupt ist dies ein politisches Thema, das auch die Kommunalpolitik aufgreifen muss, bekräftigt AWO-Geschäftsführerin Gisela Steinhilber. Der stadteigenen GWG müssten dazu Vorgaben gemacht werden, so wie in Großstädten Investoren auf öffentlichem Grund verpflichtet werden, bezahlbaren Wohnraum anzubieten. So etwas müsse auch in mittleren und kleineren Städten möglich sein.

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