Kundgebung vor der Auschuss-Sitzung

Der Streik der Erzieherinnen und Erzieher beschäftigte am Dienstagnachmittag - außerplanmäßig - den Verwaltungs-, Kultur- und Sozialausschuss.

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Ersatzspielplatz Rathaus: Gut 50 Eltern und Kinder waren am Dienstag vor der Ausschusssitzung ins Foyer gekommen, um die Verwaltung um Bürgermeister Robert Hahn und Sozialamtsleiter Joachim Haas, aber auch die Stadträte auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Wie berichtet, ist aufgrund des Streiks der Erzieherinnen der Großteil der städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen geschlossen. "Wir wollen Druck auf beide Parteien machen, wieder an der Verhandlungstisch zurückzukehren", sagte Juliane Behn vom GERK-Vorstand. Die Eltern unterstützten, wie es in einem Faltblatt des Gesamtelternbeirats Reutlinger Kindergärten und Kindertagesstätten (GERK) heißt, "die Erzieher/Innen grundsätzlich in ihren Forderungen nach einer Aufwertung Ihres Berufsbildes". Sie fürchteten sich aber vor einem langen Streik, der emotional, finanziell und organisatorisch auf ihren Schultern ausgetragen werde.

Hahn und Haas gingen im Ausschuss auf die aktuelle Lage ein. Am Montag, 18. Mai, werden zehn der insgesamt 59 Kinderbetreuungseinrichtungen für eine Notbetreuung geöffnet haben, am Dienstag, 19. Mai, werden es elf sein, sagte Haas. Die Stadt habe in den vergangenen Streiktagen viele Nachfragen von Elternseite erhalten, berichtete Bürgermeister Hahn - im Ton von "höflich nachfragend" bis "beleidigend unter der Gürtellinie". Trotz des Streiks werde es keine Rückerstattung des Besuchsgeldes geben, sagte Hahn und verwies auf die Benutzungsordnung für Kindertageseinrichtungen. Schließlich würden die Eltern nur elf bis 13 Prozent der Gesamtkosten über die Beiträge tragen. Hahn schloss aber nicht aus, dass eingesparte Mittel an die Einrichtungen für eine bessere Ausstattung zurückfließen könnten.

Aus Hahns Sicht sind die Streiks "unnötig und auch nicht angemessen". Hier setze Verdi den "Druck der Eltern als Kampfinstrument" ein. Seit dem 2009 verhandelten Tarifvertrag seien die Gehälter im Sozial- und Erziehungsdienst "um 33 Prozent" gestiegen. Eine weitere Erhöhung durch die Neugruppierung von 20 Prozent passe nicht zur Struktur im öffentlichen Dienst, sagte Hahn, der dennoch auf einen "fairen Ausgleich am Verhandlungstisch" hofft.

Während sich Silke Bayer (SPD) und Jessica Tatti (Linke) mit den Forderungen der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst solidarisierten, sah dies Ute Beckmann (WiR) anders: Die Erzieherinnen hätten in den vergangenen Jahren eine finanzielle Aufwertung erfahren - im Gegensatz zu Berufen wie Krankenschwester oder Altenpfleger. Sie kritisierte, dass bei diesem Streik Leute in Haftung genommen würden, die nichts dafür könnten.

Silke Bayers Wunsch, dass die Notbetreuungseinrichtungen nicht täglich wechseln sollten, lässt sich, wie Sozialamtsleiter Haas sagte, aus organisatorischen Dingen nicht erfüllen. Dr. Carl-Gustav Kalbfell (FDP) bat zu prüfen, welche Möglichkeiten es gebe, wenn Eltern die Betreuung selbst anbieten wollen.

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