Kreative Freiwillige üben Team

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„Kleine Dinge ergeben zusammen etwas Schönes Großes: Diese Einsicht passte gut zum Thema Team-Building und Gruppenerfahrung beim Internationalen Bund: .  Foto: 

Die eine Gruppe befasste sich mit fotografischen Porträts, eine andere mit dem Thema Gesundheit. Und ein weiteres Team begab sich sogar nach Rottenburg in den Knast, um unter dem Motto „vom Ich zum Du“ möglichst authentisch über ihren Themenkomplex Bescheid zu wissen.

Rund 140 junge Leute haben sich in einem Projektseminar in sieben Gruppen den Kopf über Themen gemacht, die etwas mit kreativer Teamarbeit und – jedenfalls zumeist – mit dem späterem Job zu tun haben. Unlängst präsentierten sie ihre Arbeiten gemeinsam als Gäste im Mehrgenerationenhaus in der Mittnachstraße. Sie arbeiten alle  beim Internationaler Bund (IB), der früher noch den Zusatz „für Sozialarbeit“ trug. Der bietet weiterhin interessante Betätigungsfelder für junge Leute an, die nicht gleich nach der Schule ins Arbeitsleben oder ins Studium wollen. Hierfür gibt es das Freiwillige Soziale Jahr und den Bundesfreiwilligendienst. Um die 240 junge Männer und Frauen sind allein im Kreis Reutlingen beim IB beschäftigt.

„Mosaik“ und „Abenteuer Essen“, Gesundheit, Foto, „Body & Soul“, das „Mittendrin“ sein und der Trickfilm: Da lässt sich was draus machen. Und das weiß auch Dietrich Kraut, der pädagogischer Mitarbeiter des IB in Reutlingen ist. Team-Building als Aufgabe fürs Miteinander-Zurechtkommen und Erfahrungen in Sachen Gruppenarbeit sammeln lernten die jungen Leute bei ihren Projekten damit auch.

Kreativ sein, andere Leute kennen lernen, sich Austauschen: „Wir wachsen an unseren Aufgaben“ sagte Kraut und schmunzelte. Paul Rasch stellte das Mehrgenerationenhaus und den dort tätigen Verein vor. Ein Kinder- und Familienzentrum ist dort gerade im Aufbau.

„Wir – ich – Du“: Die Wahrnehmung des Gegenübers in den Arbeitsgruppen war ein wichtiger Bestandteil bei der einwöchigen Zusammenarbeit; und freilich auch das Herausfinden: „Wer hat welche Potenziale?“ „Statt sich mit etwas abzufinden, sollte man sich selbst neu erfinden“, so hieß es in der Gruppe „Mosaik“, die Evi Mayer vom IB-Team begleitete. Im Tierschutzzentrum Pfullingen machten sie wichtige Erfahrungen mit Mitlebewesen, sie holten sich Informationen über psychische Erkrankungen von Menschen. Und auch der Besuch  eines Kampfsportzentrums gehörte dazu, dabei ging es um Übungen zur Gewaltprävention.

Und dann war da ja noch die rührend-witzige Geschichte vom letzten Arbeitstag eines Lokführes. Dessen Tochter hatte im Zug Rosen an die Fahrgäste verteilt, die dem Mann am Endbahnhof dann überreicht wurden. Der war überwältigt, denn, berufsbedingt im Führerstand eingeschlossen, hatte er ja all die Jahrzehnte über nie die Möglichkeit, seine  Passagiere zu sehen.

Ein „Weltreisenbüfett“ hatte die Gruppe „Abenteuer Essen“ zusammengestellt. Das Publikum durfte selbstverständlich davon kosten. Doch nicht nur das: Um sich dem Thema besser nähern zu können, hatten die jungen Leute sowohl einen Geflügelhof in der Region besucht, wie auch die „Slow-Food“-Messe auf den Fildern.

So sperrige Themen wie Aids, Organspenden und sogar Ayurveda hatte die Gruppe „Gesundheit“ in ein pfiffiges Rollenspiel gepackt. Selbst der Trend zur Mode-Diät „Low Carb“ fand noch seinen Platz in dieser – ebenfalls mit viel Applaus versehenen – Präsentation.

Die Fotografin und Journalistin Angela Hammer aus Reutlingen hatte die Gruppe „Foto“ betreut und war vom Ergebnis auch deshalb sehr positiv überrascht, „weil wir auch Leute dabei hatten, die zuvor noch nie einen Fotoapparat in der Hand hatten“. Am Ende legte sie zusammen mit ihrem Team tolle Bilder und Arbeiten vor. Porträts mit und ohne Gesicht gab es zu sehen, Experimentelles mit Spiegelungen und Licht sowie eine Stadtbeobachtung von Reutlingen

Und weiter ging es mit Betrachtungen zum Thema Körper und Seele, „Mittendrin“ und der Trickfilmgruppe. Die zu Beginn gestellte Frage „Wer bin ich – und welche Potenziale habe ich“ konnten die meisten der jungen Frauen und Männer, die an dieser IB-Aktion teilgenommen haben, jedenfalls um einiges besser beantworten.

Sei es im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), im Bundesfreiwilligendienst (BFD) und beim Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ): Der Internationale Bund in der Region bietet interessante Einsatzmöglichkeiten. Dazu gehören zum Beispiel die pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen,  in Waldkindergärten oder Kitas.Klassenassistenz oder die Mitwirkung bei der Kernzeitbetreuung in Schulen ist ebenso möglich wie die Aufgabe, sich mit minderjährigen Flüchtlingen zu beschäftigen.

Weitere Einsatzfelder sind zum Beispiel  die Arbeit mit behinderten Menschen, in der Pflege und der Reha, in den Kliniken, in Alten- und Pflegeheimen, der Tagespflege dort. Auch gibt es Hausmeister- und Fahrdienste in den jeweiligen Einrichtungen.

Mehr Infos gibt es beim IB Reutlingen, Telefon (07121) 4 33 08 20, oder E-Mail: freiwilligendienste-reutlingen@internationaler-bund.de. jhe

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