Krabat zeigt die Macht der Liebe

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Der vierte Literaturgottesdienst in der Reihe „Spuren des Wortes VII“ findet statt am Sonntag, 26. Februar, um 11.15 Uhr in der Katharinenkirche in Reutlingen mit Pfarrerin Ursula Heller. Für die musikalische Ausgestaltung sorgen Veit Erdmann (Orgel) und Thomas Lambeck (Cello). Im Mittelpunkt steht „Krabat“ von Otfried Preußler. Krabat, ein obdachloser Waisenjunge, verdingt sich auf einer Mühle, deren Müller ihn nicht nur das Müllern, sondern auch „das andere“ lehrt. In der Anfangszeit lernt er bald die Anziehungskraft der Magie kennen, doch vor allem den Wert, den Freundschaft und Unterstützung durch die Mühlknappen darstellt. Er ist fasziniert von den Möglichkeiten der Macht, die einem die schwarze Magie über Menschen verleiht, doch er erkennt schnell deren Schattenseiten. Er wagt es, der dunklen Wahrheit der Mühle auf den Grund zu gehen und dem Meister ins Angesicht zu schauen. Er wendet sich nicht ab von den Verlockungen der Macht des Meisters, sondern stellt sich. Er erlebt Befreiung durch die Macht der Liebe, wie es in der Ankündigung heißt. Krabat handelt von Liebe, aber auch von Verführung, Macht, Gewalt, Unterdrückung, Freiheit und der Entscheidung zwischen all diesen Elementen. Die liebevoll von Otfried Preußler erzählte Geschichte entstammt einer alten Sage, unterscheidet sich von dieser allerdings in zwei wesentlichen Punkten. Preußler „säubert“ sie von vielen grausamen und gewalttätigen Bildern und führt dafür ein noch furchterregenderes Mittel ein: das Geheimnis. Man weiß nie genau, was geschah, aber man kann es erahnen – wenn man nicht bewusst wegschaut. Das „Wegschauen“ zieht sich als immer wiederkehrendes Thema durch das Buch. „Wer nicht hinschaut, kann nicht sehen.“

Otfried Preußler wurde im Oktober 1923 im nordböhmischen Reichenberg geboren. 1942 wurde er nach dem Abitur zum Einsatz an die Ostfront eingezogen. 1944 geriet er für fünf Jahre in sowjetische Gefangenschaft. Die Erfahrungen dieser harten Jahre hatten große Auswirkungen auf sein späteres literarisches Schaffen. Zehn Jahre lang arbeitete Preußler an Krabat, kombinierte die ihm seit seiner Kindheit bekannte sorbische Krabat-Sage mit gründlichen Recherchearbeiten und viel Fantasie, bis Krabat 1971 schließlich veröffentlicht und darauffolgend in 31 Sprachen übersetzt wurde. Heller ist seit 1997 Haus- und Hofpfarrerin der Katharinenkirche in Reutlingen.

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