Konstruktiv dagegen sein

Sich mehr Gehör verschaffen möchte die CDU-Opposition, macht vier ihrer Fraktions-Klausuren aushäusig. Am Mittwoch gings nach Tübingen.

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Etwas ungewohnt mag es für ihn schon gewesen sein, in den Räumen der Museumsgesellschaft das Zepter des Gastgebers in der Hand zu halten. Doch in Ermangelung eines Tübinger CDU-Wahlkreisabgeordneten nahm der Reutlinger Dieter Hillebrand gerne diese Rolle ein. Bei den Landtagswahlen 2011 hatte es die Kandidatin Lisa Federle nicht geschafft, in den Landtag zu kommen.

Die Christdemokraten hatten im Anschluss an ihre Fraktionsklausur zu einem Bürgerempfang geladen, wobei hauptsächlich Mitstreiter kamen, aber auch lokalpolitische Prominenz wie der Tübinger Grünen-Oberbürgermeister Boris Palmer.

Vermutlich weil der nicht im direkten Schussfeld der CDU im Landtag steht, aber auch wohl aus Gründen dessen weithin anerkannten Mittelstandspolitik, wurde Palmer vom CDU-Fraktionsvorsitzenden Peter Hauk verbal recht herzlich umarmt. Obwohl Hauk ahnen konnte, dass der Beifall seiner CDU-Gemeinde verhalten ausfallen würde, sagte der 51-jährige Nordbadener an Palmers Adresse: "Es freut mich, dass Sie die mittelständische Wirtschaft in Tübingen fördern - dann bleibt das Geld nicht nur in Reutlingen."

Wie überhaupt bei allem Kampfeswillen zumindest Hauk pragmatische Töne anschlug. Inzwischen hat die CDU nach einem schmerzhaften Prozess der Neuorientierung die Oppositionsrolle angenommen, agiert mit Hauk an der Spitze - und der will sich bei allem Zwist auch weiterhin "staatstragend" geben. "Die CDU wird die Politik der Landesregierung nicht prinzipiell ablehnen, aber sie wird den Menschen im Land Alternativen aufzeigen", so Hauk, der betonte, dass zunächst das Wohl der Menschen Vorrang habe. Außerdem gehe es um die "enge Verzahnung von ländlichem und städtischem Raum". Da applaudierte auch Boris Palmer.

Dieter Hillebrand schlug bei dem Bürgerempfang härtere Töne an, wenngleich beide, zumindest akustisch, kaum durchdrangen - die Mikrofone waren kaputt. "Die Menschen sind für die grün-rote Regierung nur Schachfiguren, die nach Belieben herumgeschoben werden", sagte Hillebrand.

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