Konsens statt Konfrontation in der Jugendhilfe

Gemeinsam versuchen Kreisverwaltung und die freien Träger der Jugendhilfe, Kosten zu reduzieren und dabei dennoch die Hilfequalität zu verbessern.

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Am Montag stimmte, wie schon zuvor der Jugendhilfeausschuss, der Kreistag bei zwei Gegenstimmen der Linken-Räte und einer Enthaltung für das gemeinsame Projekt von Verwaltung und freien Jugendhilfe-Trägern. Auf der Basis des bereits vorgestellten Konzepts sollen in verschiedenen Handlungsfeldern nicht nur die Ausgaben konsolidiert, sondern zudem auch die Hilfen verbessert werden.

Der Kreistag beauftragte die Verwaltung, mit den Trägern der freien Jugendhilfe die Maßnahmen umzusetzen und weiterzuentwickeln. Bis zum Sommer soll ein Projekt-, Zeit- und Maßnahmenplan für rund zwei Jahre erarbeitet werden. 2016 soll über die finanziellen und inhaltlichen Wirkungen der Maßnahmen berichtet werden. Bis dahin wird die Überlegung, Hilfeaufgaben durch die Verwaltung selbst wahrzunehmen, zurückgestellt.

Dieser unter dem Stichwort "gGmbH" bekannte Plan und sein prognostiziertes Einsparpotenzial bei der Jugendhilfe war der Hauptkritikpunkt der Jugendhilfe-Träger gewesen. Gemeinsam fand man nun Wege, wie sich in anderer Weise von den freien Trägern mehr und besser sparen ließe.

Allein mit variabler sozialer Gruppenarbeit mit Kindern und Jugendlichen könnten gegenüber intensiveren Hilfeformen zwischen 50 000 und 130 000 Euro bei Gruppen von acht Kindern gespart werden. Würde nur ein Prozent der Fachleistungsstunden in der sozialpädagogischen Familienhilfe von Freiwilligen im sozialen Jahr übernommen, brächte dies rund 24 000 Euro weniger Ausgaben. Kooperation und Vernetzung mit dem Ehrenamt und der Fachstelle "Frühe Hilfen" brächte den Fachkräften Erleichterung.

Sozialraumorientierte Arbeit wie das "Wies-Projekt" soll an zwei, drei Orten entwickelt werden. Mit einem flexiblen Stundenkontingent und geändertem Abrechnungsverfahren ließen sich der Verwaltungs- und Steuerungsaufwand reduzieren und die Träger entlasten.

"Wir sind einmal mehr modellhaft unterwegs", lobte für die FWV Kreisrat Martin Fink das Konzept des "partnerschaftlichen Miteinander", das nach dem "positiven Druck" entwickelt wurde. "Wir haben keine Kürzungsmöglichkeiten gesucht, sondern Effektsteigerungen", sagte für die SPD Mike Münzing. Das Ziel wäre erreicht, wenn die "prognostizierten Steigerungsraten etwas moderater ausfallen".

Ob der Weg "Konsens statt Konfrontation durch die gGmbH" Erfolg zeige, so Rainer Buck (Grüne), werde man sehen, denn der tatsächliche Bedarf "kann von keinem Beteiligten beeinflusst werden".

Weil das Konzept bei näherem Hinsehen "mit Qualitätseinbußen verbunden sein könnte", so Thomas Ziegler (Linke), stimme er nicht zu. Mit der Begeisterung "halten wir uns bis 2016 zurück, wenn das Ziel erreicht ist", sagte Helmut Vöhringer (CDU). Rosemarie Herrmann (Grüne) enthielt sich, weil nicht mehr klar gemacht wurde, dass die gGmbH-Kalkulation "eine Fehlrechnung" war.

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