Knarrende Dielen und quietschende Türen

Kettenrasseln, knarrende Dielen, quietschende Türen - es ist wieder Gruselnacht im Heimatmuseum. Unheimliche Geschichten zaubern Gänsehaut. Und was war das? Rasselt da etwa eine Kette die Treppen hinab?

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Die Gruselnacht im Heimatmuseum garantiert Gänsehaut und jagt Schauer über den Rücken. Foto: Anne Leipold

Finster liegt die Stiege vor den Kindern. An den Händen gefasst erklimmen sie vorsichtig die Stufen, die nach oben unters Dach führen. Vorbei an im Dunkeln liegenden geheimnisvollen Räumen. "Oh, wie cool", murmelt es durch die Reihen. Oben angekommen erwarten sie in schummrigen Licht Gänsehaut, geheimnisvolle Geräusche und gruselige Geschichten, denen sie, in die alten Betten gekuschelt, lauschen. Aber: "Leider gibt es hier ein ganz böses Gespenst", warnt Erika Schlotterbeck, die zusammen mit Tanja Morgenstern und Viola Schlüter die Schauergeschichten vorliest. "Hauptsache gruselig", fordern die Sechs- bis Achtjährigen, die allesamt ein große Portion Mut mitgebracht haben.

Die Kinder hören etwa vom Lilapumm, dass in der Geisterschule getadelt wird. Augenglühen, Zähneklappern und Türenquietschen gehören nicht in sein Repertoire und die Rasselkette hat es auch noch verloren. Doch entdeckt es das Gespenst in sich, als Lehrerin Frau Pfüdelüt es vor der ganzen Klasse schimpft. Das saust es wutentbrannt herum, gibt fürchterliche Geräusche von sich und zaubert damit der Lehrerin ein Lächeln ins Gesicht.

Doch was war das? Da knarren doch die Dielenbretter? Und rasselte da nicht soeben eine Kette die Stiege hinunter? Tuscheln unter den Kindern. "Ja und wo ist es jetzt das Gespenst?", fragen sie neugierig. Doch noch scheint es sich nicht zu zeigen. Stattdessen verfolgen die Kinder den Weg des Indianers Melobuta, der auf seiner Suche nach der goldenen Stadt einige magische Abenteuer überstehen muss.

Da ertönen schwere Schritte, deutlicher wird das Kettenrasseln, Scharniere quietschen. Ist das echt? Die Kinder rutschen zusammen, zwei Mädchen kuscheln sich auf den Schoß von Morgenstern. Derweil erzählt sie von einem Vampir, der an der Küchenbank klopft. Er fordert eine gefüllte Blutkonserve. Doch gibt es nur Kirschsaft oder Wein. Während ersteres wohl wie Spülwasser schmeckt, scheint letzteres die trockene Kehle des Vampirs zu erfreuen.

"Ich glaube unser Gespenst ist wieder unterwegs", stellt Schlotterbeck fest. "Es hat seine rostige Rasselkette auf den Boden geschmissen", sagt ein Mädchen. "Vielleicht gruselt es sich selbst", wird an anderer Stelle vermutet. Und da blitzt es hell zwischen dem Treppengeländer auf. So schnell, dass es eingebildet schien. Wie soll es denn ins Museum gekommen sein? "Das Gespenst ist durchs Schlüsselloch geflutscht", wird überlegt.

Weiter gehen die Geschichten, von vermeintlichen Geistern, die kurz vor dem Einschlafen im Zimmer Angst und Schrecken verbreiten und einem Spukhaus, in dem Gwendolin nachts ihren Namen flüstern hört, von einem Wasserstrudel erfasst durchs Treppenhaus gewirbelt wird. Sie begegnet einer leibhaftigen Hexe mit funkelnden Goldzähnen, warzenbesetztem Gesicht und einer blauen Nase. Und schon ist die Geisterstunde um. Die Stiegen im Heimatmuseum geht es wieder runter. Doch was ist das? Da sitzt etwas auf der Treppe. Es ist eine Puppe, stellen alle erleichtert fest. Doch wie kam sie dahin? Waren die Geräusche doch nicht nur vom CD-Spieler? Das Gespenst, es bleibt ein Mysterium.

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