Klar und transparent interpretiert

Als musikalisch-krönender Abschluss des 150. Geburtstags des CVJM Pfullingen gab der Posaunenchor des Vereins ein Jubiläumskonzert von beachtlichem Niveau in der Martinskirche in Pfullingen.

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Gediegene Bläsermusik alter und neuer Art bot der Posaunenchor beim Jubiläumskonzert.  Foto: 

Begrüßt vom geschäftsführende Pfarrer der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde, Hans-Martin Fetzer, zeigten die 32 Musikerinnen und Musiker, davon zehn Jungbläserinnen und Jungbläser unter der Leitung von Jörg Kleih, was die intensive Probenarbeit ergeben hat: gediegene Bläsermusik alter und neuer Art, heißt es in einer Mitteilung des CVJM.

Wenn die Posaunen schwiegen, erklang von der Empore die Orgel solo oder als Begleitinstrument für den Gemeindegesang, gespielt von der Kantorin der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde, Dorothee Berron. Zwischen den Musikstücken setzte Jörg Ungerer, selbst Mitglied des Posaunenchors, geistliche Impulse in Form von Lesungen.

Außerdem fand gegen Ende des Konzerts die Ehrung für Jörg Kleih statt für 40 Jahre aktives Spielen eines Blechblasinstruments in verschiedenen Ensembles. Seit sieben Jahren leitet er auch den Pfullinger Posaunenchor. Der Bezirksposaunenwart Eberhard Kappus überreichte ihm für seinen ehrenamtlichen Einsatz die goldene Ehrennadel des Evangelischen Jugendwerks. Außerdem bedankte sich der Chorsprecher Helmut Sieber beim Dirigenten für die engagierte und gute Zusammenarbeit. Dank ausgesprochen wurde auch Andreas Brandmeier für seinen organisatorisch-technischen Einsatz und den Lehrkräften der Jungbläser, Ulrike Keppler, Rolf Beutel und Markus Weiblen, sowie dem Gastschlagzeuger Roland Aulich aus Gomaringen.

Der Posaunenchor bot in seinem Programm eine Mischung von Stücken aus der Epoche des Barock (Jean-Joseph Mouret, Georg Friedrich Händel), der Klassik (Joseph Haydn), der Romantik (Felix Mendelssohn-Bartholdy) sowie Komponisten des 20. Jahrhunderts (Reinhard Gramm, Ulrich Knörr, Hans Holzwarth, Michael Schütz, Richard Roblee, Ingo Luis, Scott Joplin, Traugott Fünfgeld, Raimund Schächer, Helmut Lammel, Thomas Riegler). Der musikalische Schwerpunkt lag, wie die Aufzählung der Komponisten zeigt, bei modernen Stücken.

Die für Posaunenchor bearbeiteten Stücke alter Meister sowie die Stücke zeitgenössischer Komponisten wurden von den Musikern klar und transparent interpretiert, was insbesondere auch bei den Partien für tiefe Stimmen deutlich wurde. Bei den Stücken zeitgenössischer Komponisten zeigte sich, sofern diese nicht in altem Stil komponiert waren, dass der Chor durchaus auch mit interessanten Harmonien, rhythmischen Besonderheiten und Tonartwechseln zurechtkam. Unterstützt wurde der Chor bei diesen Stücken von dem versierten Percussionisten und Bläser Roland Aulich.

Hervorzuheben ist auch der Beitrag der zehn Jungbläserinnen und Jungbläser, die unter der Leitung von Markus Weiblen anhand eines Menuetts aus der "Wassermusik" von Händel zeigten, was sie von ihren Ausbildern Ulrike Keppler, Rolf Beutel und Markus Weiblen gelernt haben.

Es ist das besondere Kennzeichen der Konzerte des Pfullinger Posaunenchors, dass die singende Gemeinde und die Orgel in das Programm als wichtiger Teil mit einbezogen sind. Dorothee Berron begleitete einfühlsam im Wechsel mit dem Posaunenchor den Gemeindegesang und zeigte im Stück "Oh When The Saints Go Marching In", dass auf der Orgel durchaus auch einfallsreiche Musik gemacht werden kann, die nicht aus der Tradition deutscher Orgelmusik stammt. Dass jedoch damit die traditionelle Orgelmusik nicht abgeschrieben ist, zeigte die Organistin gekonnt im Präludium und Fuge A-Dur von Johann Sebastian Bach.

Die zahlreichen Konzertbesucher gaben ihrem Dank für das gelungene Konzert Ausdruck durch lang anhaltenden Beifall. Sie wurden mit drei Zugaben des Chores verabschiedet.

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