Kirchensteuer wird jetzt direkt eingezogen

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Zum 1. Januar 2015 tritt das neue Verfahren zum Einzug von Kirchensteuer auf Kapitalertragsteuer in Kraft, teilt die Diözese Rottenburg-Stuttgart mit. Für Kirchensteuerzahler, die mehr als 801 Euro Zinserträge pro Person und Jahr erzielen und damit zahlungspflichtig sind, führen die Banken die Kirchensteuer auf Kapitalertragsteuer dann direkt ab. Bisher musste der Steuerzahler die Veranlagung selbst veranlassen. "Das Verfahren wird einfacher und damit auch gerechter", urteilt Generalvikar Clemens Stroppel, "Kirchensteuer ist ein solidarisches System". Wer hohe Kapitalerträge erziele, trage zur Finanzierung kirchlicher Aufgaben genauso bei wie steuerpflichtige Gehaltsempfänger. Steuerfreibeträge wirken sich auch auf die Kirchensteuer aus. Dazu müssen Anleger ihrer Bank Freistellungsaufträge erteilen.

In der Diözese Rottenburg-Stuttgart beträgt die Kirchensteuer acht Prozent auf Lohn-, Einkommen- und Kapitalertragsteuer. Wer beispielsweise 100 000 Euro anlegt und dafür 1000 Euro Zins im Jahr bekommt, muss nach Abzug des Freibetrags von 801 Euro 199 Euro versteuern. Da Kapitalerträge mit 25 Prozent, für Kirchenmitglieder wegen des Sonderausgabenabzugs der Kirchensteuer ermäßigt mit 24,51 Prozent besteuert werden, fließen somit 48,77 Euro an den Staat.

Acht Prozent davon, also 3,90 Euro, zahlt ein Kirchenmitglied in diesem Fall an Kirchensteuer. "Das war bisher auch so, nur führt jetzt die Bank den Betrag direkt ab", erklärt Stroppel.

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