Kirchenraum wird zur Bildergalerie

Die Mitglieder des "Arbeitskreises Orgel" hatten keinerlei Vorstellung, wie sich die "stille Auktion" im Eninger Kirchenraum anlassen würde. Im Nachhinein zeigte sich, dass das Experiment durchaus gelungen war.

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Aufwändig hatten sie den Kirchensaal in eine Bildergalerie verwandelt. Die Werke standen auf Kirchenbänken, Stühlen, der Empore - man fühlte sich quasi in einem Bilderwald, umringt von Gemaltem, Gezeichnetem, in Mischtechniken entstandenen Kunstwerken, abstrakt, Landschaftsmalerei, abgebildete Personen. Eine unglaubliche Vielfalt an unterschiedlichsten Gemälden, die aber (fast) alle von einer einzigen Person stammten - von der Eningerin Künstlerin Gisela Lachmann (und ihrem Mann). Wie berichtet, hatte sie ihre Werke der katholischen Kirche vermacht, damit der Verkaufserlös dem Erwerb einer neuen Orgel zugutekommen würde.

Die große Frage, die bei den Veranstaltern der "stillen Auktion" am Sonntag im Raum stand, lautete: Würden überhaupt Interessierte kommen? "Wir haben so was in der Art ja vorher noch nie gemacht", gestand Arbeitskreis-Mitglied Martin Brauße. Spannend sei das, betonte er am Sonntag, kurz nach dem Beginn der besonderen Verkaufsaktion. Schon um kurz nach 14 Uhr schlenderten aber einige Personen durch die Kirchenbankreihen, blieben vor den Werken stehen, betrachteten sie eingehend, unterhielten sich mit anderen Besuchern.

Geboten wurde an diesem Nachmittag aber "nicht nur was fürs Auge, sondern auch fürs Ohr", hatte Brauße angekündigt, der auch noch stellvertretender Vorsitzender des Kirchengemeinderates ist. Und dann griffen die Profi-Kirchenmusiker Michaela Frind, Martin Neu und Andreas Dorfner nacheinander in die Tasten der in die Jahre gekommenen Orgel in der Kirche "Zu unserer lieben Frau". Wie berichtet, tut die zwar nach zahlreichen Reparaturen immer noch ihren Dienst. Hat aber immer wieder auch ihre Aussetzer. Oder spielt, wenn sie nicht spielen sollte, wie die Organisten Bettina Osebek und Wolfgang Hilgers berichteten. Deshalb kam es ja auch zu den Gedanken an den Erwerb einer neuen Orgel.

Die Auktion war eine stille, weil dort nicht mit dem Hammer - zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten - auf ein Rednerpult gedroschen wurde. Das wäre in einem Kirchenraum unpassend hatten die Organisatoren befunden. Deshalb lag vor jedem einzelnen Kunstwerk ein Zettel mit Angaben zum Bild. Und dem Preis. Von insgesamt 80 Bildern der Künstlerin konnten mehr als 20 verkauft werden. Und der Erlös? Immerhin mehr als 2 600 Euro, wie Martin Brauße mitteilte, die dem Orgel-Grundstock zufließen.

Der Arbeitskreis zeigte sich damit zufrieden. "Wir hatten an diesem Nachmittag interessante Gespräche und Begegnungen und konnten so unser Projektanliegen wieder etwas weiter tragen", so das AK-Mitglied. Und wie gehts weiter? "Als nächstes plant die Arbeitsgruppe im Sommer einen Gemeindeausflug in Verbindung mit der Besichtigung von verschiedenen Kirchenorgeln und einer Orgelbaufirma." Schließlich soll ja die Kirchengemeinde bei der Entscheidung für oder gegen eine neue Orgel mitgenommen werden.

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