Kirchen leisten einen Beitrag zur Demokratie

Den Auftakt des Schwörwochenendes bestreitet Landesbischof Frank Otfried July am Freitag, 11. Juli, 20 Uhr, im Rathaus-Foyer, mit einem Vortrag über "Suchet der Stadt Bestes (Jeremia 29,7) - Kirche und Politik".

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Landesbischof Frank Otfried July hält den Vortrag zum Auftakt des Schwörwochenendes.  Foto: 

Am Beginn des Schwörtagswochenendes steht schon traditionell der von Stadt und Geschichtsverein gemeinsam veranstaltete Vortrag im Rathaus. Hier nimmt sich ein prominenter Redner eines aktuellen gesellschaftspolitischen Themas an. Referenten in den vergangenen Jahren waren unter anderen Oberbürgermeister Fritz Kuhn, Stuttgart, Prof. Heribert Prantl, Süddeutsche Zeitung, Prof. Dr. Ferdinand Kirchhof, Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts, MdB Klaus Brähmig sowie der Politikwissenschaftler und Südweststaatkenner Prof. Dr. Hans Georg Wehling.

In diesem Jahr wird mit Landesbischof Frank Otfried July erstmals eine Persönlichkeit der Kirche erwartet. Er spricht in Reutlingen über das Thema "Kirche und Politik", nach dem diesjährigen Thema der Evangelischen Kirche in Deutschland auf dem Weg zum Reformationsjubiläum 2017. Geleitet durch das Bibelwort "Suchet der Stadt Bestes" (Jeremia 29,7) erläutert July das gemeinsame Ziel von Kirche und Politik, sich für ein gelingendes Zusammenleben in der Gesellschaft zu engagieren.

Wie beim Fußball gehe es darum, Teamgeist zu entwickeln, um im Zusammenspiel der verschiedenen Mitspieler ein gutes Ergebnis zu erzielen. "Der christliche Glaube hilft uns dabei", so July. In Bezug auf den evangelischen Glauben unterstreicht der Landesbischof die besondere Bedeutung der Stadt Reutlingen in der Reformationszeit.

Angesichts zunehmender Säkularisierung und Kirchenkritik führt der Landesbischof vor Augen, dass rund 80 Prozent der Bürger in Baden-Württemberg sich in verschiedenen Konfessionen und Traditionen zum christlichen Glauben bekennen. "Es ist ein inneres Interesse des Staates, dass das Leben in der Gesellschaft, in der Gemeinschaft sich nicht Zufälligem hingibt, sondern orientierendes und gestaltendes Interesse zeigt und so Sinn und Perspektive gewinnt", sagt July. Ihm ist wichtig, dass Menschen neu verstehen lernen, dass die Kirchen einen vom Staat gewollten Beitrag zur Demokratie leisten, unter anderem im sozialen Bereich, in der Bildung und Erziehung. Er bezieht sich dabei auch auf Äußerungen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der das besondere kooperative Verhältnis von Staat und Kirche hervorhebt.

July ist seit 1. September 2005 in der Nachfolge von Gerhard Maier württembergischer Landesbischof. Der 1954 in Darmstadt Geborene studierte in Tübingen und Wien Theologie und absolvierte sein Vikariat 1980 bis 1983 an der Mauritiuskirchengemeinde in Betzingen. Nach weiterer wissenschaftlicher Tätigkeit in Heidelberg 1983 bis 1987 war July persönlicher Referent der Landesbischöfe Hans von Keler, Theo Sorg und Eberhardt Renz. 1996 bis 2005 stand er als Direktor und erster Pfarrer des Evangelischen Diakoniewerkes Schwäbisch-Hall an der Spitze dieser großen, traditionsreichen sozialen Einrichtung. 2008 erhielt July die Ehrendoktorwürde der Universität Tübingen für seine Verdienste um Bestand und Fortentwicklung der dortigen theologischen Fakultäten sowie wegen seines erfolgreichen Bemühens, Kirchenleitung und wissenschaftliche Theologie ins Gespräch zu bringen, "insbesondere im Blick auf die evangelische Bildungsverantwortung, gesellschaftsdiakonische Aufgaben im Kontext kultureller Pluralität sowie die ökumenische Zusammenarbeit und den interreligiösen Dialog". Nach der Rede laden OB Barbara Bosch und der Reutlinger Geschichtsverein zu einem Stehempfang ein.

Info Der Eintritt ist frei. Der Zugang ist über die Freitreppe vom Marktplatz her sowie über den Aufzug in der Tiefgarage Rathaus möglich.

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