Keinen Ball verloren geben

Auf dem BZN-Sportplatz geht es derzeit hoch her. Dritt- und Viertklässler aus Schulen des Landkreises kicken nämlich im Rahmen von "Jugend trainiert für Olympia" um den Drei-Löwen-Cup.

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"Wer sich hier durchsetzt, hat gezeigt, dass er was kann."  Foto: 

Das Ziel der Kicker ist klar und lautet Landesfinale. Doch bevor es Ende Juli auf den Stuttgarter Schlossplatz gehen kann, kämpfen seit Montag 60 Grundschulmannschaften aus dem gesamten Landkreis um den Sieg auf Kreisebene. Und während da kein Ball verloren gegeben wird, sind es an den drei Wettbewerbstagen insgesamt 60 Mannschaften - darunter zwölf Mädchen-Teams -, die sich den Sieg nicht nehmen lassen und in die nächste Runde auf Regierungsbezirksebene einziehen wollen.

Mit 750 Schülern ist der jetzige Entscheid nicht nur eines der größten Schülerfußballturniere im Land, laut Steffen Elser, Sportlehrer am Gymnasium des Bildungszentrums Nord (BZN), hätten die Sieger auch gute Chancen auf das Weiterkommen im Wettbewerb. Denn: "Wer sich hier durchsetzt, hat gezeigt, dass er was kann." Jeweils zwölf Minuten dauern dabei die Begegnungen auf den vier Spielfeldern, die die Namen großer Städte mit Traditions-Fußballclubs tragen. Während die Dritt- und Viertklässler auf den Feldern Stuttgart, München, Dortmund und Hamburg keinen Ball verloren geben, fiebern Lehrer und Eltern gleichermaßen mit ihren Mannschaften mit. Der Spaß am Fußball ist während des Turniers aber nur eine Seite. Die andere ist die Wichtigkeit von Bewegung und Sport. Dementsprechend findet Steffen Elser die Idee sowie die Umsetzung des Drei-Löwen-Cups "gigantisch". Wobei die Durchführung ohne die organisatorische Unterstützung durch zahlreiche Schüler nicht möglich wäre. Trotzdem habe Bewegung nicht mehr den notwendigen Stellenwert, obwohl Kinder und Jugendliche zahlreiche Möglichkeiten hätten, beispielsweise öffentliche Sportanlagen zu nutzen.

Nachdem Handy und Computer bei der Freizeitgestaltung längst ein großer Stellenwert zukommt, beansprucht auch die Schule mit der Entwicklung zur Ganztagesbetreuung einen immer größeren Teil der Zeit. Der Bereich Bewegung und Sport wird laut Steffen Elser in manchen Schulen jedoch teils stiefmütterlich behandelt. Wobei es doch wichtig sei, für einen ausgewogenen Rhythmus beziehungsweise die Abwechslung zwischen Kopfarbeit und Bewegung zu sorgen.

Hinzu komme, dass es von Seiten der Eltern und Schüler zwar oftmals als schlimm empfunden werde, wenn Mathe über mehrere Tage ausfalle. Wenn hingegen der Sportunterricht nicht stattfinde, werde das ohne großes Murren hingenommen. Und das, obwohl es mit drei Schulstunden pro Woche in der Unterstufe sowie zwei wöchentlichen Schulstunden für die Mittel- und Oberstufe ohnehin schon sehr wenig Zeit für Sport gebe.

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