Keine Schlabberküsse

"Schnuffipuffi, Honigschneck": Tobi mag solch einengende Fürsorge gar nicht. Er hat "Katzenjammer". Jetzt feierte das gleichnamige Stück des Kindertheaterclubs am Theater Patati-Patata Premiere in der VHS.

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In wechselnden Rollen: Der Kindertheaterclub am Theater Patati-Patata zeigt "Katzenjammer". Foto: Julia Kuhlmeier

In Kooperation mit der Jugendkunstschule Reutlingen (JUKS) stellten Sonka Müller vom Theater Patati-Patata und Andrea Dohse, Leiterin für Bildende Kunst, das Stück auf die Beine - mit 13 Kindern zwischen sechs und elf Jahren. Seit Oktober planten, bastelten und probten die Kinder für ihr Stück "Katzenjammer" frei nach dem Kinderbuch "Kein Kuss für Mutter" von Tommy Ungerer. Szenen und Figuren wurden von den Kindern dabei frei erfunden und künstlerisch umgesetzt - mit viel Spielfreude. Theater und Bildende Kunst verwoben sich hier ineinander - was sich auch im Bühnenbild niederschlug.

Hauptfigur des Stücks ist der kleine Kater Tobi. Er hat Katzenjammer wegen seiner überfürsorglichen Mutter Angora Plüschmann. Am meisten hasst der Kleine ihre "schlabbrigen Katzenküsse". Mit Kosenamen wie "mein Kratzbürstenliebchen, Zuckerschneckelchen, Schnuffipuffi, Säuselschnäuzchen, Herzblatt, Honigschneck" treibt sie den sonst so aufgeweckten Kater in Verzweiflung.

In der Schule ist Tobi für seine zahlreichen Streiche und Scherzartikel bekannt, die besonders oft die Mathe- und Deutschlehrerin Frau Haarig treffen. Pupskissen, Tanzeinlagen, Schleim und Schlangen in Vesperdosen sind in dieser vierten Klasse an der Tagesordnung. Da wundern sich natürlich alle, als der kleine Kater Tobi eines Tages trübsinnig in der Schule sitzt und überhaupt nicht mehr zum Scherzen aufgelegt ist. Er hat die Küsse und Kosenamen seiner Mutter endgültig satt.

Beim Essen im vornehmen Restaurant "Bei Maulwurfs" eskaliert die Situation. All der angestaute Frust bricht aus dem Katerchen heraus, und er lehnt sich gegen die Liebkosungen seiner Mutter auf. Es kommt zu einem Streit, vor den Augen der drei "Katzen-Tussi" Freundinnen von Angora Plüschmann. Angora rutscht in der Hitze des Gefechts die Hand aus, und sie verpasst ihrem Sohn eine saftige Ohrfeige. Ihre Freundinnen verlassen daraufhin empört das Restaurant, und zurück bleiben Tobi und seine von sich selbst schockierte Mutter.

Nach diesem nervenaufreibendem Nachmittag überlegt sich Kater Tobi mit seinen Freunden, wie er sich bei seiner Mutter entschuldigen kann. Sie malen Bilder, schreiben einen Brief und kaufen Blumen. Und so schafft es Tobi am Ende dann doch noch, seine Mutter davon zu überzeugen, dass sie ihm keine "Schlabberküsse" mehr gibt.

Die 13 Kinder haben bei dem knapp einstündigem Stück keine festgelegten Rollen, sondern tauschen während der Vorführung ihre Kostüme, sodass jeder die Möglichkeit hat, in verschiedene Rollen zu schlüpfen. Trotzdem bleibt das Spielen dabei flüssig. Und der Spaß, den die Kinder beim Spielen hatten, übertrug sich auf das Publikum, es wurde viel gelacht und applaudiert. Die Geschichte "Katzenjammer" zeigt eine ganz typische Entwicklung in der Eltern-Kind-Beziehung, und nicht selten hörte man aus dem Publikum "Na, das kennen wir zu Hause zu auch".

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