Jeder sollte sich kurz fassen

Der Name Villforth klingt gut in der Stadt. Karin Villforth, Schwiegertochter der verstorbenen Inge Villforth, ist Firmen-Geschäftsführerin. Die 48-Jährige spielt gerne Tennis, läuft und schwimmt.

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Karin Villforth (CDU).  Foto: 

Vom außenstehenden Mitbürger zum Mitgestalter des Gemeinwesens, wie hat sich der Blickwinkel geändert?

KARIN VILLFORTH: Die betriebswirtschaftliche Situation einer Stadt ist als Mitbürger eher uninteressant, im Vordergrund stehen die persönlichen Bedürfnisse - sind diese erfüllt, ist alles ok. Jetzt stehen das Wohl der Bürgerschaft, der Mehrwert für die Stadt und die Finanzlage der Stadt im Vordergrund.

Was ist Ihnen in der kommunalpolitischen Arbeit positiv oder negativ aufgefallen?

KARIN VILLFORTH: Positiv die verantwortungsvolle, tiefgründige Vorarbeit um Entscheidungen fällen zu können. In anderen Worten die Verantwortung vor der Bürgerschaft wird absolut gewahrt und ist Grundvoraussetzung für jegliche Arbeit. Negativ: Dass doch so mancher Politiker die Sitzungen auch als Bühne sieht, um sich selbst zu profilieren. Sehr negativ finde ich die zeitlich langen Sitzungen - wenn jeder sich kurz fassen würde, könnten fast alle Themen schneller verhandelt werden: In der Kürze liegt die Würze!

Wie sind Sie in der Fraktion und im Gemeinderat angekommen?

KARIN VILLFORTH: In der Fraktion wurde ich sofort integriert und auch mit Aufgaben beziehungsweise Verantwortung für Themen beauftragt, die ich dann im Gemeinderat referieren konnte. Die Mitglieder des Gemeinderats und der Stadtverwaltung sind sehr kollegial und die Diskussionen über einzelne Themen sehr horizonterweiternd.

Was ist aktuell das dringlichste Problem der Stadt Reutlingen?

KARIN VILLFORTH: Unser Haushalt. Das Ungleichgewicht an Einnahmen und Ausgaben. Um die vielen absolut gerechtfertigten Themen beziehungsweise Bedarfe abzudecken, muss das Wirtschaftswachstum Priorität eins sein.

Wofür muss sich die Stadt in Zukunft rüsten?

KARIN VILLFORTH: Wirtschaftlich nicht abzuhängen: siehe Gewerbe- und Wohnbauflächenoffensive. Die Attraktivität der Gesamtstadt nicht verlieren, um unter anderem den Einzelhandel, kulturelle Angebote und die Gastronomie zu stärken. Des Weiteren, dass Stadt und Bezirksgemeinden noch besser miteinander verflochten werden: Es braucht ein verwaltungs- und verkehrstechnisches Gesamtkonzept. Und Randgruppen sollten besser integriert werden.

Glauben Sie, dass Sie in vier Jahren wieder antreten werden?

KARIN VILLFORTH: Ja, auf jeden Fall. Nach einer Wahlperiode ist man richtig angekommen und kann sich umfänglich aktiv einbringen. Die ersten Jahre zählen mehr zur Ausbildung. Ich glaube: einmal drin - ist's für mich immer "in" .

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