Jeder Mensch hat Assistenzbedarf

Neues Logo und neuer Frontmann: Die Inklusion in der Region kommt voran. Marc Oliver Klett, der erste hauptamtliche Behindertenbeauftragte des Landkreises, hatte jetzt seinen ersten öffentlichen Auftritt.

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  • Dieses Team der Mediengestalter der Kerschensteiner-Schule (von links Sandra Benz, Patrick Hornig, Stefanie Lasse und rechts Fabian Diercks) entwarf das neue Logo der Inklusionskonferenz im Kreis Reutlingen. Marc Oliver Klett von der Geschäftsstelle der Inklusionskonferenz ist jetzt erster hauptamtlicher Behindertenbeauftragter im Kreis. 1/2
    Dieses Team der Mediengestalter der Kerschensteiner-Schule (von links Sandra Benz, Patrick Hornig, Stefanie Lasse und rechts Fabian Diercks) entwarf das neue Logo der Inklusionskonferenz im Kreis Reutlingen. Marc Oliver Klett von der Geschäftsstelle der Inklusionskonferenz ist jetzt erster hauptamtlicher Behindertenbeauftragter im Kreis. Foto: 
  • Das neue Logo zeigt im umfassenden Kreis in Landkreis-grün die "vermenschlichten" Initiale "I" und "K". 2/2
    Das neue Logo zeigt im umfassenden Kreis in Landkreis-grün die "vermenschlichten" Initiale "I" und "K". Foto: 
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"Ganz entspannt", wie es ihm Landrat Thomas Reumann geraten hatte, ging gestern Nachmittag Marc Oliver Klett seinen "allerersten" Auftritt als Kreisbehindertenbeauftragter an. Der 41-Jährige stellte sich in der Kerschensteiner-Schule bei der Präsentation des neuen Logos der Inklusionskonferenz im Landkreis Reutlingen den Vertretern des Inklusionsbeirats, den Mediengestaltern und der Presse vor. Klett, von Geburt an hochgradig sehbehindert und deshalb mittlerweile auf den Langstock angewiesen, ist seit gut einem Jahr in der Geschäftsstelle der Inklusionskonferenz im Landkreis angestellt und wurde jetzt auf der Basis des Landesbehindertengleichstellungs-Gesetzes (LBGG) zum ersten hauptamtlichen Beauftragten im Landkreis ernannt.

"In diesem Amt kann ich jetzt für alle Behinderten meine bisher erworbenen Kompetenzen einbringen", sagt der gelernte Redaktionsassistent und Industriekaufmann, der danach an der Evangelischen Hochschule den Bachelor in Sozialer Arbeit mit den Schwerpunkten Sozialrecht, Inklusion und Medienpädagogik machte, voller Stolz. Und "ich weiß, von was ich rede", fügte er an, denn er ist das, was man "gut vernetzt" nennt, sowohl in der Politik als auch in der Behinderten-Verbands- und Lobbyarbeit.

Er möchte "Fürsprecher für Menschen mit Behinderung jeder Art sein". Angesichts von rund 48 000 Inhabern von Schwerbehindertenausweisen im Kreis sagt er: "Behinderung kann jeden angehen, ein Unfall genügt da schon - doch Inklusion geht alle an!" Klett versteht sich als Vermittler zwischen den Interessen, will als Ombudsmann den Ausgleich herstellen zwischen der Verwaltung und Menschen mit Assistenzbedarf. Und er macht deutlich: "Es gibt keinen Menschen, der keinen Assistenzbedarf hat - viele geben es nur nicht zu!"

Sein neues Amt erfordert auch praktische Dinge, ein eigenes Büro etwa und einen Internetauftritt. Dazu braucht es Unterstützung. Bis die neue Sekretariatskraft anfangen kann, wird wohl der Sommer verstreichen. "Ich kann voraussichtlich ab 1. Oktober vollständig arbeiten", kündigte Klett gestern an. Bis dahin indes sei er jetzt schon erreichbar - in der Geschäftsstelle der Inklusionskonferenz im Landkreis.

Die wird im Herbst nicht nur einen Kollegen mit einem geradezu phänomenalen Gedächtnis verlieren, sondern auch eine neue Corporate Identity oder zumindest ein neues Corporate Design bekommen. Die Mediengestalter-Klasse der Kerschensteiner-Schule hatte sich mit Lehrer Thanh-Tung Nguyen teamweise die Aufgabe vorgenommen, der Inklusionskonferenz ein Logo zu geben - der zweite Auftrag dieser Art nach dem Logo für die kommunale Gesundheitskonferenz im Kreis.

Und die Teams leisteten Großartiges, das sie gestern kurz präsentierten. "Die Entscheidung fiel sehr schwer, wurde intensiv diskutiert", berichtete der Landrat. Für Schulleiter Hans-Joachim Stark sind die Resultate auch ein Zeichen dafür, dass an der "Schule Inklusion bereits funktioniert": Ab Herbst wollen zwei Klassen mit behinderten Schülern "den Weg auf den ersten Arbeitsmarkt finden". Und mit dem Logo "werden wir landes-, bundes- und weltweit die erste Inklusionskonferenz eines Kreises vertreten", versprach Thomas Reumann.

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