Jazz erst recht – Jazz geht’s los

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    Demnächst zu Gast bei „Jazz im Pappelgarten“: Das Jesse Davis Quartet spielt dort am 25. Januar auf. Fotos: pr/TheMu Foto: 
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    Die beste Werbung für den jugendlichen Geist des Jazz, schrieb die Fachpresse über ihn: Shauli Einav kommt am 14. Februar. Foto: 
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Besucher von auswärts kommen oft gar nicht mehr raus aus dem Staunen, wenn sie sehen, wie Impresario Tobias Festl immer wieder Weltklasse-Jazzer nach Reutlingen holt. Anfangs gingen diese Konzerte noch in der Art Gallery in der Leonhardstraße über die Bühne. Nach dem zeitweiligen Umzug der Jazzreihe nach Lichtenstein folgte vor Jahren die Rückkehr nach Reutlingen, die Gründung des Vereins TheMu Mitte 2015 – und im Februar 2016 ein Neubeginn im alten Naturfreundehaus Marie-Curie-Straße. TheMu, der Förderverein für Theater und Musik, bespielte fortan das dort neu eingerichtete Lokal, den Pappelgarten.

Bis heute hat TheMu (ausgesprochen deutsch wie Thema, nur mit „u“ hinten) dort 14 Konzerte gestemmt. Nun, nach einer erfolgreichen Startphase, hat sich der Förderverein in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im November neu formiert. Die Jazzkonzerte gehen weiter – am 17. Januar (siehe Info).

Der Gründungsvorstand – bestehend aus Marielena Schaz und Winni Victor – ist zurückgetreten. Neuer Vorsitzender ist Martin Praeger, Bereichsleiter bei der Volksbank mit einem ausgesprochenen Faible für Jazz. Neuer zweiter Vorsitzender ist Tobias Festl, der seit vielen Jahren als umtriebiger Programm-Macher sowie Impresario in der Region bekannt ist und den international aktiven Kontrabassladen „World of Basses“ betreibt. Für die Kasse zuständig ist jetzt Ingrid Löffler, Julia Jensen und Tobias Schiller kümmern sich künftig um die multimediale Präsenz und Promotion des Vereins.

Die Ex-Vizevorsitzende Winni Victor, die Regisseurin, Leiterin der Reutlinger Kammeroper und Chefin des Theaters Rotwelsch, ist wohl auch deshalb ausgestiegen, weil die Räumlichkeiten im Pappelgarten mit relativ niedrigen Decken für ihre musiktheatralischen Aktivitäten ungeeignet sind. Mit dem alten Löwen-Kino in Tübingen hat Winni Victor, wie berichtet, inzwischen eine neue Location für ihre Kammeroper-Projekte gefunden.

Mit dem Ausscheiden von Winni Victor geht natürlich auch programmatisch eine Neuorientierung von TheMu einher: Die Jazzreihe von Tobias Festl wird künftig nun eindeutig im Mittelpunkt stehen, während der Bereich Theater erstmal eher kleingeschrieben wird.

Martin Praeger, der neue Vorsitzende, fand es schon immer toll, dass manche Jazzgrößen  aus New York, wenn sie mal in Deutschland gastieren, dies oft in München tun – und eben auch in Reutlingen, dank des Renommees von Tobias Festl. Praeger will als erstes Ziel die „wirtschaftliche Basis des Vereins stabilisieren“ und zudem „die Mitgliederbasis verbreitern“. Momentan zählt der Verein 53 Mitglieder.

Die Konzerte im Pappelgarten  sind für 120 Zuhörer bestuhlt. Soviel Besucher waren’s denn auch beim Eröffnungskonzert im Februar 2016 mit Flötistin Hadar Noiberg und beim Gastspiel etwa von Jazzstar Enrico Pieranunzi im April 2016. Die Durchschnittszahlen freilich liegen drunter. Dennoch beobachtet Tobias Festl, der neue zweite Vorsitzende, immer wieder, dass die Besucher seiner Jazzkonzerte nicht nur aus Reutlingen und aus der Region kommen, sondern oft von weiter her, aus Stuttgart, Mannheim, Würzburg oder gar Basel.

Festl hat übrigens noch weitergehende Pläne. Am 29. Januar startet er eine mittägliche Reihe, die Kulinarisches von Chefkoch Markus Knorn mit Klassik verbindet. Sie heißt „Klassik – Lunch, welch Ohrenschmaus, ein Fest der Sinne“, und gleich die erste Veranstaltung mit dem Musica Varia Ensemble zeigt, wo’s langgeht: „Dvorak trifft Lendenbraten und böhmische Knödel“. Außer der Pianistin Ruth Luis sind es ausschließlich Musiker der Württembergischen Philharmonie (WPR), die hier in den Lunchpausen aufspielen werden. Schließlich liegt das WPR-Studio fußläufig erreichbar, ganz in der Nähe des Pappelgartens...

Praeger jedenfalls will den Verein TheMu mit neuem Schwung beleben. Stichprobenartige Umfragen im Publikum, so Praeger, haben ergeben: Es ist der Jazz, weswegen die Besucher zu TheMu kommen. Und mit dem Ziel, den Verein auf 100 Mitglieder zu vergrößern, blickt Praeger denn auch zuversichtlich in die Zukunft. Er hofft – frei nach dem Glücksforscher Mihály Csíkszentmihályi – auf den „Flow“, auf das als beglückend erlebte Gefühl des Fließens und Strömens, des völligen Aufgehens in einer Tätigkeit und in der Musik. Jetzt beginnt erstmal der Flow der wieder einsetzenden Jazzkonzerte (siehe Info) – wie gesagt, am 17. Januar.

⬛ Dienstag, 17. Januar, 20 Uhr: Yotam Silberstein Quartet – Swing aus New York gefärbt mit Rhythmen aus aller Welt – Milonga, Flamenco, Samba, Choro, Blues.
⬛ Mittwoch, 25. Januar, 20 Uhr: Jesse Davis Quartet – Hard Bop aus New Orleans.
⬛ Dienstag, 14. Februar, 20 Uhr: Shauli Einav Quartet – Bester französischer Jazzmusiker des Jahres 2016.
⬛ Samstag, 4. März, 20.30 Uhr: Counterpoints – Moderner Cool Jazz mit Solisten aus der Schweiz und USA.
⬛ Donnerstag, 23. März, 20 Uhr: Andersen/Mössinger/Schriefl – Trio der Superlative aus drei europäischen Bandleadern.
⬛ Sonntag, 26. März, 20 Uhr: Fonda/Stevens Group – Acoustic Jazz aus New York.
Weiterer Ausblick:
⬛ Dienstag, 4. April, 20 Uhr: Sternal Transatlantic Trio – Trio um den Echo-Preisträger und Pianisten Sebastian Sternal.
⬛ Donnerstag, 20. April, 20 Uhr: Underkarl – Jazzrock um den Bassisten Sebastian Gramss.
⬛ Samstag, 6. Mai, 20.30 Uhr: Franz von Chossy Quintet – Jazz mit Filmmusik-Touch.
⬛ Mittwoch, 24. Mai, 20.30 Uhr: Black Art Jazz Collective – Afro­amerikanisches Hardbop-Update.

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