Jährlich sollen eine Million Messer produziert werden

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WMF hat in Hayingen erweitert. Unser Foto zeigt von links: Dieter Simon (Vice President HR Operations), Helmut Kloker (Betriebsrat), Markus Schwenkschuster (Architekt), Friedhelm Enz (Betriebsrat), Herbert Mauser (Architekt), Dr. Clemens Wöhrle (President Operations), Martin Geiger (Werksleiter) und Hayingens Bürgermeister Kevin Dorner.  Foto: 

Der Erweiterungsbau der Messerfertigung der WMF Group am Standort Hayingen wurde am vergangenen Freitag im Rahmen einer feierlichen Eröffnung eingeweiht. Die hohe Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Messern „made in Germany“ mit patentierter Performance Cut-Technologie der WMF Group machte eine Vergrößerung der Produktionsfläche um eine weitere Halle notwendig. Zur Investition in die Zukunft des Standorts gehören auch ein moderner Maschinenpark und die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze.

Ganze 62 Jahre liegt der erste Spatenstich in Hayingen zurück: 1955 wurde die erste Halle des Werks auf der schwäbischen Alb gebaut. Nun wurde mit dem Neubau bereits die „Halle 6“ der Messerfertigung der WMF Group fertiggestellt. Seit 2013, als die Performance Cut-Technologie entwickelt wurde und die Messer „Grand Class“ im darauffolgenden Jahr das Spitzenergebnis bei Stiftung Warentest erreichten, stieg die Nachfrage nach geschmiedeten Messern der Marke WMF deutlich an.

Tradition und Moderne

„Wir sind sehr stolz, die neue Halle einzuweihen“, sagte Martin Geiger, Werksleiter und Vice President Quality Management Consumer Goods & Hotel, bei der Eröffnung. „Das Werk steht für die Verknüpfung von Tradition und Moderne. Mit der Erweiterung der Produktionsfläche haben wir den Grundstock für eine sichere Zukunft am Standort Hayingen gelegt. Durch die neue Halle kann die Produktionsmenge der Messerfertigung um rund ein Drittel gesteigert werden und wir schaffen zusätzlich rund 20 neue Arbeitsplätze vor Ort“, so Geiger weiter. Ziel ist es, jährlich rund eine Million Messer am Standort zu produzieren.

„Klares Ja zu Hayingen“

„Der Neubau ist ein klares Ja zu Hayingen und zur ganzen Region Schwäbische Alb“, sagte Kevin Dorner, Bürgermeister von Hayingen, anlässlich der Eröffnung. „Er bestätigt die Tradition des Produktionswerks seit 1955 und setzt ein Zeichen der Neuerung für eine erfolgreiche Zukunft“, so Dorner weiter. Am Standort Hayingen sind 100 Mitarbeiter der WMF Group beschäftigt. Die neue Halle mit rund 1100 Quadratmeter Fläche auf zwei Geschossen bietet Raum für moderne Arbeitsplätze im Verwaltungsbereich, zudem lassen sich die Abläufe der Produktion so effizienter gestalten. Auch der Maschinenpark wurde umfassend modernisiert: Neben neuen Kropf- und Bandschleifanlagen sind bereits ein weiterer Klingenroboter und ein neuer Vakuumofen im Einsatz. Eine neue Laseranlage wird im Herbst folgen.

Seit über 160 Jahren stehen die Marken der WMF Group für beste Koch-, Trink- und Esskultur. Jeden Tag verwenden mehrere 100 Millionen Menschen weltweit die Produkte von WMF, Silit und Kaiser zum Zubereiten, Kochen, Essen, Trinken und Backen bei sich zu Hause. Oder sie genießen Kaffeespezialitäten und Speisen, die mit den Produkten der Marken WMF, Schaerer und Hepp in der Gastronomie oder auch Hotellerie zubereitet werden. WMF formuliert in einer Pressemitteilung: „Es ist die Leidenschaft unserer Mitarbeiter, Menschen zusammenzubringen, sei es daheim, unterwegs oder im Bereich der gehobenen Gastronomie, um ihnen kostbare und köstliche gemeinsame Momente zu bescheren. Und das mit Produkten, die durch ihr ausgezeichnetes Design, perfekte Funktionalität und beste Qualität Freude auf ein kulinarisches Erlebnis machen“. Das Traditionsunternehmen wurde im Jahr 1853 in Geislingen an der Steige gegründet und gehört seit Ende 2016 zum französischen Groupe SEB Konzern. ab

Josef Seebacher war von 1993 bis 2008 in Hayingen tätig und er erinnert sich, dass das Werk auf der Alb Mitte der Neunziger Jahre  vor dem Aus stand. Er hatte bereits die Schließung eines WMF-Werkes in Kanada miterleben müssen. Das habe ihn sensibilisert, als der Konzern beschloss, eine Fabrik für geschmiedete Haushaltsmesser in China zu bauen bis zum Jahr 2000, so Seebacher im Gespräch mit unserer Zeitung. Der gelernte Messerschmiedemesiter und Maschinenbautechniker machte sich gemeinsam mit Kollegen Gedanken, wie das Werk Hayingen gehalten werden könnte, wagte sich an die Themen Laser und Roboter. Nach einem Jahr Entwicklungsarbeit wurden 1997 dem Vorstand Vorschläge zur Automatisierung in Hayingen präsentiert, die  dann tatsächlich auch umgesetzt wurden. Großer Wermutstropfen sei die Streichung von 30 Stellen gewesen, so Seebacher. Durch den Technologiesprung habe man aber binnen weniger Jahre den chinesischen Kostenvorsprung egalisieren können. rene

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