Integrieren durch Ausbildung

Kultus-Staatssekretärin Marion von Wartenberg besuchte gestern das Berufliche Schulzentrum und machte sich in den Werkstätten von Steinbeis- und Kerschensteiner-Schule ein Bild von aktuellen Ausbildungen.

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Den Teelicht-Tassenwärmer für Staatssekretärin Marion von Wartenberg haben die Werkzeugmechaniker-Azubinen Nina Reitz und Michelle Stehle (von links) in der Werkstatt der Steinbeis-Schule vor den Augen der Besucher aus Stahl gefräst.  Foto: 

Sie sucht das Gespräch mit Schülern, hört den technischen Lehrern zu und wirbt für ihre Bildungspolitik. Die berufliche Bildung ist einer der Kernpunkte der Arbeit der 57-jährigen sozialdemokratischen Politikerin, die gelernte Erzieherin, Gewerkschafterin sowie studierte Ergotherapeutin und Seelsorgerin ist. Schülerinnen und Schüler an beruflichen Schulen sind die Fachkräfte von morgen, die die Wirtschaft so dringend braucht, weiß die Stuttgarterin und hat sich deshalb vor dem Besuch des Schulzentrums gestern mit der Personalleitung der Firma Wafios unterhalten.

"Wir müssen die duale Ausbildung als attraktives Modell ausgestalten", ist ihr Credo. Damit sollen Fachkräfte nicht nur gehalten, sondern verstärkt gewonnen werden. Im Berufsschulzentrum geht es im Schnelldurchgang durch die Werkstätten der Kfz-Mechatroniker, Werkzeugmechaniker und Elektroniker an der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule und der Zimmerer der Kerschensteinerschule. Von Wartenberg sammelt Eindrücke, Stimmungen vor der ausstehenden Bildungsplanreform. "Wie kann die Berufswelt besser dargestellt werden und wann geschieht das am besten?", fragt sie die Praktiker. Bildungspolitik werde nicht nur am grünen Tisch gemacht, sagt sie.

"Wir wollen die Attraktivität des Handwerks stärken", unterstreicht sie. Fehlende Fachkräfte lassen sich auch unter Migranten finden, bestätigen die Zimmerer-Meister und Lehrer Matthias Lutz und Rainer Teufel. Die ersten Flüchtlinge aus Gambia, berichten die beiden, haben jetzt die Gesellenprüfung abgelegt. Anfangs konnten die Azubis kaum deutsch. "Wir müssen Flüchtlinge schnellstmöglich der deutschen Sprache bemächtigen und beschulen", sagt von Wartenberg später.

Schule und Ausbildung sind "eine Chance für Ankommende und Betriebe, beide müssen es begreifen", bekräftigt sie. Im Handwerk sieht die Politikerin "eine wirkliche Chance zur Integration". Begabte, stärkere Flüchtlinge sollen über Betriebspraktika an die neue Welt herangeführt werden. Das geschehe konkret schon, erzählt Steinbeis-Schulleiter Rolf König. Er wird zwei ausländische Praktikanten jetzt zu den Betrieben fahren, "zurückkommen müssen sie alleine".

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