In Nepal bedeutet Wasser Leben

Bewegt von dem Erdbeben haben sich acht Konfirmanden aus Reicheneck entschlossen, von ihren Geldgeschenken zur Konfirmation jeweils einen Betrag für das Nepal-Projekt von Mountain-Spirit zu spenden.

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Die Pfarrerin der Reichenecker Gemeinde, Burkowitz, sowie die Kirchengemeinderäte mit dem Vorsitzenden Berndt waren von der Idee der Jugendlichen begeistert und verdoppelten die Geldspende aus Mitteln der Kirchengemeinde, heißt es in einer Mitteilung. Somit konnte an Dr. Rainer Claußnitzer und seine Frau Anne für den Verein "Mountain-Spirit" in Deutschland eine Zuwendung in Höhe von 1030 Euro vor der Dorfkirche im Reutlinger Stadtteil Reicheneck übergeben werden.

Das Ärzte-Ehepaar berichtete sehr individuell und eindrücklich von Nepal, das sie in seiner Schönheit über viele Jahre bei ihren Bergtouren zuvor kennen gelernt haben. Aber auch vor allem von der Armut und der Schilderung der Umstände, die es dort jetzt nach der großen Katastrophe zu meistern gibt, waren alle Zuhörer berührt. Die Bilder und Berichte gingen unter die Haut.

Mit dem bereits vor einigen Jahren gegründeten Verein "Mountain-Spirit" Deutschland in Lichtenstein-Unterhausen reisen das Arzt-Ehepaar und weitere Engagierte aus der Region Reutlingen und Tübingen seit nunmehr fünf Jahren nach Nepal ins Aruntal, um Menschen medizinisch zu versorgen und sie vor allem in medizinischen Grundkenntnissen und Hygiene-Massnahmen anzuleiten. Im September und Oktober 2015 werden sie wieder sechs Wochen vor Ort sein, um bei den Wiederaufbaumaßnahmen vor Ort behilflich zu sein. In Nepal, beziehungsweise generell nach einer Naturkatastrophe, ist die Versorgung mit sauberem Wasser für die Betroffenen überlebenswichtig. Normalerweise setzen Hilfsdienste große und hochtechnische Anlagen ein - diese können riesige Mengen Wasser aufbereiten. Allerdings waren viele Dörfer und Täler in Nepal auch schon vor dem Erdbeben nicht mit Autos oder Flugzeugen zu erreichen, sondern nur zu Fuß. Ein transportables Wasserfiltersystem wie PAUL (Portable Aqua Unit for Lifesaving) ist deshalb für den Vor-Ort-Einsatz im Hinterland bestens geeignet.

Mit dem gespendeten Geld aus Reicheneck kann deshalb jetzt ein Wasserfilter namens "PAUL" für ein Dorf im Aruntal in Nepal beschafft werden. Dieser Wasserfilter wurde an der Universität Kassel 2010 serienreif entwickelt und wird in Kasseler Lebenshilfe-Werkstätten gebaut.

"PAUL" kann schnell und unkompliziert in Krisengebieten eingesetzt werden. Das Gerät wiegt 20 Kilogramm und kann mit zwei Trageriemen wie ein Rucksack getragen werden. Der Filter funktioniert ohne Strom oder Chemikalien, ist einfach zu bedienen und muss monatelang nicht gewartet oder gereinigt werden.

Mit dem Hubschrauber oder zu Fuß kann er schnell in Regionen gebracht werden, wo Straßen und Brücken zerstört sind. "Paul" filtert pro Tag 1,2 Tonnen Trinkwasser, das für rund 500 Menschen reicht. Die Helfer von "Mountain Spirit" beschäftigt die Frage, ob jeden Tag 1,2 Tonnen Wasser oder lieber einmal 20 Kilogramm transportiert werden sollen. Die Antwort ist klar: "Die Kapazitäten könnten für das Heranbringen von Nahrung oder Medikamenten wie auch die Ausbildung von Menschen zur Selbsthilfe vor Ort genutzt werden", so Dr. Rainer Claußnitzer.

Außerdem helfe "Paul" den Notleidenden aus der Abhängigkeit von Hilfsorganisationen. Der Rucksack soll nicht die mobilen Wasserwerke ersetzen: "Er ist als Ergänzung gedacht für Krisensituationen im Hinterland und dient der Aufbereitung von hygienisch sauberem Wasser - damit sind zusätzlich vielerlei Krankheiten vermeidbar. Und Wasser hilft überleben."

Für Freitag, den 20. November diesen Jahres, ist bereits auf eine Informationsveranstaltung hinzuweisen, an welchem Mitglieder der Herbst-Expedition - dann direkt aus Nepal kommend - über Zustand und Hilfsmaßnahmen im Arun-Tal berichten werden. Dazu wird schon heute in die Herzog-Ulrich-Halle nach Reutlingen-Reicheneck auf 19 Uhr eingeladen.

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