IMPULSE: Fair gekleidet

Schokolade und Kaffee aus Fairem Handel kennt heute jeder - und viele kaufen diese Produkte auch, damit die Bauern in den armen Ländern einen Lohn bekommen, von dem sie ihre Familie ernähren und ihre Kinder zur Schule schicken können. Aber fair gehandelte Textilien - gibt es das?

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Schokolade und Kaffee aus Fairem Handel kennt heute jeder - und viele kaufen diese Produkte auch, damit die Bauern in den armen Ländern einen Lohn bekommen, von dem sie ihre Familie ernähren und ihre Kinder zur Schule schicken können.

Aber fair gehandelte Textilien - gibt es das? Das fragen sich viele Menschen, die durch die Brandkatastrophe im Bangladesh beunruhigt wurden. Die Antwort auf diese Frage ist nicht einfach, denn bei Textilien gibt es ziemlich viele Arbeitsschritte, in denen Menschen entweder fair bezahlt - oder ausgebeutet werden.

Vom Anbau der Baumwolle über das Spinnen, Weben, Färben, Zuschneiden und Nähen sind viele Menschen an der Produktionskette beteiligt. Neben der fairen Bezahlung ist die Verwendung von giftigen Chemikalien ein zweites Problem. Und bei "stonewashed jeans" gibt es bis zu 15 Arbeitsschritte, wobei die Produkte zwischen verschiedenen Ländern hin- und hertransportiert werden. Und damit entweder die Straßen verstopfen oder mit Flugzeugabgasen die Atmosphäre belasten.

Wer sowohl "fair" als auch "ökologisch" einkaufen will, sollte sich an den einschlägigen Labeln für Textilien orientieren. Die wichtigsten dieser Siegel: Das Siegel "Fairtrade-Baumwolle" ("Certfied Cotton") legt den Schwerpunkt auf die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Baumwollproduktion.

Das Label der "Fair Wear Foundation" (FWF) zeigt, dass es faire Bedingungen in den Nähfabriken bis hin zu den Subunternehmern und Lieferanten gibt. Ökologische Aspekte stehen dagegen bei den Siegeln GOTS (Global Organic Standard) und BEST (Verband der Naturtextilwirtschaft) im Vordergrund. Textilien mit diesen Labeln sind zu empfehlen.

Neben diesen genannten vier Siegeln gibt es viele andere, die der Käufer mit Misstrauen näher anschauen muss. Sie haben meistens einen sehr geringen Qualitätsanspruch (und stattdessen einen vielversprechenden Namen). Ihre Vergabe wird meist nicht von unabhängigen Stellen kontrolliert. Sie wurden zum größten Teil von den Firmen selber erfunden, weil diese merken, dass die Verbraucher zunehmend sozial und ökologisch bewusst einkaufen. So etwas bezeichnet man dann mit dem Begriff "Greenwashing".

Wer über nützliche und weniger nützliche Labels Näheres wissen möchte, kann sich im Internet bei www.fairwear.org orientieren.

Jedenfalls ist es sinnvoll, sich fair zu kleiden (damit die Bauern und Arbeiterinnen einen fairen Lohn bekommen) und ebenso die ökologischen Aspekte zu berücksichtigen (für die eigene Gesundheit und für die der Textilarbeiterinnen).

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