Im Rathaus besteht Handlungsbedarf

Die Sanierung der formaldehydbelasteten Rathaus-Büros könnte teuer werden. Wie teuer, weiß derzeit noch niemand, da gestern zunächst die bautechnischen Untersuchungen begonnen haben.

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"Die Werte liegen um bis zu 20 Prozent über dem Richtwert", erklärte am Donnerstag Andreas Hummel vom Büro Müller-BBM, das mit der Untersuchung der Raumluft der formaldehyd-belasteten Rathausbüros beauftragt ist. Die Überschreitung trete aber vor allem je nach Witterung und Temperaturen ab 25 Grad auf. Bei niedrigeren Temperaturen, so der Experte für Luftreinhaltung, werde der Richtwert sogar um bis zu 50 Prozent unterschritten.

Trotz dieser Schwankungen, dem neuen Lüftdienst, der schon vor Arbeitsbeginn für Frischluft sorgt, sowie der Aufforderung, stündlich für mindestens fünf Minuten die Fenster zu öffnen, kommt die Stadt um eine Sanierung nicht herum - und das für möglicherweise bis zu 400 Büros. Während die Kosten hierfür noch nicht abzusehen sind, wie Jörg Viehl vom städtischen Gebäudemanagement erklärte, steht seit Donnerstag ohnehin zunächst die bautechnische Untersuchung an. Denn nachdem man schon Messungen der Raumluft in mehreren Büros vorgenommen hat, wurden nun in einem weiteren Raum die so genannten Röhrenspandecken sowie die Einbauschränke entfernt, um die in Verdacht stehenden Holzbauelemente als Verursacher endgültig dingfest zu machen. Wobei eine in der kommenden Woche folgende Abdichtung des Büros zusätzliche Klarheit schaffen soll.

Um einen noch genaueren Überblick über das Ausmaß zu erhalten, werden zudem die so genannten Sonder- beziehungsweise Großraumbüros wie Bürger-, Ausländer- oder Standesamt ebenfalls Messungen unterzogen. Zumal es hier zu Einzelfallbetrachtungen kommen und der Handlungsbedarf unterschiedlich ausfallen kann, wie von den Verantwortlichen gestern zu hören war.

Aussagekräftige Ergebnisse sollen bis zur Sitzung des Bau-, Verkehrs- und Umweltausschusses am Donnerstag, 20. September, vorliegen. Wie eine Sanierung vonstattengehen könnte, sei bis dahin zwar noch nicht zu beantworten, meinte Jörg Viehl, "trotzdem wollen wir erste Gedanken vortragen".

Dass in Sachen Formaldehyd-Belastung Handlungsbedarf besteht, ist nicht wegzudiskutieren. Denn obwohl die Werte im Rathaus mit Lüften auf ein Normalmaß beziehungsweise bis unter die Richtwerte reduziert werden können, "ist Formaldehyd der älteste und größte Schadstoff", sagte Hummel weiter. Dabei wirke der vor allem auf die oberen Atemwege reizend und könne im schlimmsten Fall krebserregend wirken. Dennoch: Der Richtwert, so Hummel sei so ausgelegt, dass letztlich eine Überschreitung um das Hundertfache vorliegen müsse.

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