Im Duo wacker vorwärts auf dem nassen Ackerboden

Nachdem das Wetter noch die Kurve kriegte, freuten sich die Veranstalter des 29. Fuhrmannstags doch noch über viele Besucher. Regie beim Fest führte wie immer der Reit- und Fahrverein Pliezhausen.

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Auf das gute Zusammenspiel zwischen Pferd und Reiter kommt es beim Fuhrmannstag in Pliezhausen an.  Foto: 

Ganze Familien von Jung bis Alt, zog es auf das große Gelände am Rande des Schönbuchs, um das reichhaltige Angebot live und vor Ort zu erleben. Geschicklichkeitsfahren, Wettpflügen und das Finale der baden-württembergischen Meisterschaft im Einspänner-Holzrücken, die baden-württembergische Meisterschaft im Wettpflügen mit und ohne Fuhrmann sowie die offene Wertung für Gespanne von außerhalb, standen neben zahlreichen weiteren Highlights im sportlichen Programm.

Dass es in diesem Jahr doch mehr als 3000 Besucher werden könnten, mutmaßte Annabell Gick bereits am frühen Nachmittag mit Blick über das weitläufige, menschenvolle Gelände. Ganz besonders freut sich die zweite Vorsitzende des Vereins darüber, dass "sämtliche Mitglieder des Vereins heute aktiv am Geschehen beteiligt sind".

"Auch unsere vielen Kleinen und Jungen sind voll dabei", sagt sie stolz. "Unsere Jugend ist eine tolle Truppe und macht gut die Hälfte der 200 Mitglieder aus".

Ausgezeichnet wurde der tatendurstige Verein in diesem Jahr sogar vom Württembergischen Pferdesportverein für die "beste Jugendarbeit in Baden-Württemberg", verrät sie erfreut. "Tradition bewahren", möchte man hingegen mit der jährlichen Veranstaltung "Im Greut", hebt sie hervor. Und: "Fuhrmannstage gibt es nicht allzu viele."

In Süddeutschland hat Pliezhausen wohl den ersten von ihnen ausgerichtet. Wieder einmal zu sichten war auch einmal mehr der Gutenzeller Fuhrmann Anton Laux, der Europameister und Deutsche Meister im Holzrücken. Schon im zweiten Jahr erfolgreich im Programm, waren derweil auch innovative Landwirtschaftsgeräte, wie beispielsweise ein "Basis-Vorderwagen" oder ein "Mist-Streuer", je ausgestattet mit Bodenantrieb.

Bei den Gerätschaften war das Interesse geradezu groß. Es wurde eifrig fachgesimpelt, Erfahrungen wurden ausgetauscht und man berichtete sich gegenseitig aus der (Land-)Praxis. Und apropos Pferdestärken: Die scheinen beim Holzrücken oder Ackerpflügen nicht nur die kräftigen Zugpferde selbst zu besitzen.

Holzstämme, bis zu 300 Kilo schwer und zehn Meter lang, mussten von Pferd und Fuhrmann möglichst geschickt, fehlerfrei und erfolgreich durch einen anspruchsvollen Parcours gezogen und gelotst werden. Nasser, schwerer Ackerboden wurde derweil nebenan auf dem Feld bewegt.

"Kraft braucht hier nicht nur das Pferd", wie mehrere Besucher beim Zugucken bemerken. "Pferde sind im Landkreis Reutlingen ein sehr sehr hohes Kulturgut", unterstrich Schirmherr Landrat Thomas Reumann und verwies dabei auch auf Reit-, Zucht- und Turnierpferde erster Klasse im Haupt- und Landgestüt Marbach.

Und: "Arbeitspferde, traditionell genutzt, sind etwas sehr Besonderes", glaubt der Landrat. Mit weniger Pferdestärken und einer etwas abgespeckten Holzstamm-Variante, ging es anschließend für ihn und das Shettland Pony "Little Mo" in Begleitung von Bürgermeister Christof Dold quer über´s Feld und durch den Wald.

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