IHK Berufs-Infotage: Neue Möglichkeiten des Aufstiegs nach der Azubi-Zeit

"Das Haus ist voll, die Unternehmen wissen, dass es besser ist, jetzt zukunftsorientiert zu handeln, als dass sie später leere Firmen haben." Walter Herrmann von der IHK eröffnete gestern die Berufs-Infotage.

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50 Firmen - und dabei vor allem deren Azubis - geben auf den Berufs-Infotagen der IHK Tipps für junge Leute. Heute ist von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Foto: Jürgen Herdin

Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der IHK Reutlingen weiß, wovon er spricht. Herrmann ist bei der Kammer federführend für das Thema Ausbildung. Heuer wurden fünf Prozent weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen als 2012 - vor allem, weil es weniger Bewerber gab. Die Zahl junger Leute, die gleich nach der Schule eine Ausbildung machen wollen, sinkt weiter.

Der Trend geht weiterhin in Richtung Hochschule, woran ambitionierte Eltern oft nicht unschuldig sind. Und auf der anderen Seite vermissen die Unternehmen in zahlreichen Bereichen junge Leute, die eine hohe formale Qualifikation aufweisen, ohne die es in manchen Jobs einfach nichts werden kann. Grund genug, nachhaltig die Werbetrommel für Ausbildungsberufe zu rühren - und vor allem auch die Aufstiegswege aufzuzeigen - so wie auf den Berufs-Infotagen in der IHK- Akademie in Mark West. Die haben gestern mit 50 teilnehmenden Betrieben begonnen. Heute ist die kleine Berufe-Messe von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Thema Aufstieg: Mit dem 2012 verabschiedeten Landeshochschulgesetz gibt es keine "bildungspolitische Mauer" mehr. Eine entsprechende Qualifikation vorausgesetzt, kann man nach der Ausbildung jederzeit durchstarten - zum Beispiel mit einem Studium, das Chancen auf einen gut bezahlten, interessanten Job verbessert. Daimler, Bosch, Lidl, BMW, die Volksbanken und Sparkassen aus der Region sowie Hugo Boss und die Spedition Willi Betz sind in der IHK-Akademie angetreten, um auf dem Ausbildungsmarkt Profil zu zeigen, um junge Menschen anzuwerben. Allein die IHK hat 130 Berufe in ihrer Lehrlingsrolle eingetragen, da gibt es eine Menge Auswahl. Ein Beispiel ist auch die AOK Neckar-Alb, die stets engagierte und interessierte Azubis für kaufmännische Berufe sucht, auch in der Bürokommunikation oder im Dialogmarketing.

Vorgestellt werden zudem eine ganze Reihe von Dienstleistungsberufen - und teilweise auch technische. Sabine Schühle, Ausbildungsbetreuerin bei "Beton Kemmler" aus Tübingen sagt: "Wir benötigen Betonfertigteilbauer ebenso wie Verfahrensmechaniker."

Ein guter Hauptschulabschluss sollte es bei den Bewerbern aber schon sein. Und wer Grundsätzliches zum Thema Berufe wissen möchte, ist in der Akademie der IHK bei der Agentur für Arbeit gut aufgehoben, die ebenfalls mit einem Info- und Beratungsstand vertreten ist.

Ganz wichtig ist das längst bewährte Konzept, dass die Jugendlichen an den Ständen auf Auszubildende der Betriebe treffen, die mit ihnen über das Berufsbild in der betrieblichen Praxis sprechen. Manche von ihnen sind sogar qualifizierte "Ausbildungsbotschafter", die oft Azubis im zweiten Lehrjahr sind. Sie kommen auf Anfrage auch in die Schulen, um über Berufe im Dualen System zu informieren.

"Jugendliche, die sich noch orientieren wollen, sind bei uns gut aufgehoben", weiß auch Hans-Jörg Thoma. Der Ausbildungsberater der IHK Reutlingen organisiert die zweitägige Messe. Und klar ist auch, dass praktisch alle Unternehmen im kommenden Jahr wieder mit von der Partie sein wollen.

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