Hotspot mit Grubenhäusern

Pfullingen als Hotspot für die Archäologie? Ja! Olaf Goldstein formuliert das tatsächlich so - und peppt damit das Image der Denkmalpfleger auf.

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  • Olaf Goldstein vom Denkmalamt berichtet den Pfullingern, was die Archäologen auf dem Karg-Areal bisher gefunden haben. Fotos: Evelyn Rupprecht 1/2
    Olaf Goldstein vom Denkmalamt berichtet den Pfullingern, was die Archäologen auf dem Karg-Areal bisher gefunden haben. Fotos: Evelyn Rupprecht
  • Zum "Buddeln" brauchts Geduld und Geschick. 2/2
    Zum "Buddeln" brauchts Geduld und Geschick.
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Seit Mai buddeln sich die Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalpflege und ihre ehrenamtlichen Helfer durch das Karg-Areal. Jetzt allerdings enden die archäologischen Arbeiten - schlicht, weil der erste Spatenstich für das Dienstleistungs- und Einkaufszentrum am 22. November sein wird. Bis dahin müssen die Funde gesichert, Zelt und Container abgebaut und die "Buddler" verschwunden sein.

Grund genug für die Stadt und Olaf Goldstein, den zuständigen Projektleiter vom Landesamt für Denkmalpflege, am Mittwochabend noch einmal eine Führung übers Gelände anzubieten. Eine Einladung, der weit über 100 Pfullinger gefolgt sind. In Goldsteins Schlepptau machten sie sich auf, um zwischen riesigen Pfützen und tiefen Grabungslöchern das etwa 2000 Quadratmeter große Gelände zu erkunden.

Als "Hotspot für die Archäologie" sieht Goldstein das Areal nicht nur, weil es direkt neben der Martinskirche liegt. Ein Standort, der schon vor Grabungsbeginn ahnen ließ, dass sich hier bereits vor vielen Jahrhunderten Menschen niedergelassen haben. Tatsächlich haben die Fachleute, wie wir im vergangenen Monat berichtet haben, hier unter anderem Überreste von Grubenhäusern aus dem 7. und 8. Jahrhundert entdeckt.

Die Fundstücke sind hoch interessant, findet man nicht nur beim Denkmalamt. Auch Martin Fink, Pfullinger Geschichtsexperte, ist der Meinung, dass sie für die Stadt wichtig sind. So wichtig, dass sie auf keinen Fall später in einem Archiv des Denkmalamts verschwinden dürfen, wie das wohl geplant ist. Gegen ein derartiges Schicksal der Relikte aus vergangenen Jahrhunderten verwehrte sich der UWV-Stadtrat jüngst in einer Gemeinderatssitzung. Die Funde sollen vor Ort präsentiert werden, fordert Fink. Schließlich habe die Stadt für die Grabungen beinahe 200 000 Euro ausgegeben. Da könne man schon verlangen, dass die Funde nicht irgendwo gebunkert werden. Das Interesse der Pfullinger an der Führung jedenfalls lässt ahnen, dass eine entsprechende Ausstellung in Pfullingen gut ankommen würde.

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