Hoppla-Hopp bei den Premium-Wanderwegen?

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Mit mehr Gemeinsamkeit bei der Tourismus-Förderung in der Region hofften viele Beteiligten vor etwa vier Jahren, dass die lange Zeit herrschende „Kleinstaaterei“ endlich überwunden sei.

Jeder Ort werkelte zuvor halt vor sich hin. Doch die Einsicht drang immer mehr durch: Touristen, egal woher sie kommen, ist es egal, wo die Markungsgrenzen irgendwelcher deutschen Dörfer verlaufen.

Attraktiv und gut ausgeschildert muss der Wanderweg –  das zählt. Doch nun scheint bei der aktuellen Planung und Ausweisung von „Prädikatwanderwegen“, auch „Premiumwege“ genannt, die Zuständigkeitsfrage wieder eine Rolle zu spielen. Im Rahmen der neu aufgelegten „Wanderkonzeption Mittlere Alb, Albtrauf“ stehe zwar einer gemeinsamen Beschilderung buchstäblich nichts im Wege. Wohl aber muss die Gemeinde, auf deren Gebiet die Wege liegen, finanziell auch dafür aufkommen.

Zudem waren nicht alle betroffenen Gemeinden bei den jeweiligen Gesprächen mit dabei, war zu hören. Schlimmer noch war für die Lichtensteiner Gemeinderäte, die über zwei Wegeführungen entscheiden sollen, dass sie im Vorfeld überhaupt nicht gefragt worden seien.

„Da herrschte offensichtlich ein ziemlicher Zeitdruck – und dann wurde eben alles mit heiße Nadel gestrickt“, befand Wilfried Schneider von den Freien Wählern (FWV). Seine Fraktionskollegin Friedlinde Bertsch sprach von einem „Hoppla-hopp“-Vorgehen. Sie lasse sich hier nicht unter Zeitdruck setzen lassen.

Die Frage, ob es nun einen Weg mit Pfullinger oder St. Johanner Beteiligung geben wird, ist jetzt erst einmal nachrangig. Der Lichtensteiner Rat vertagte und verwies die Sache in die Ausschüsse und in die Ortschaftsräte.

Jürgen Herdin

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