Holz statt Blech und Planen

Die Stadt hat mit der Kreishandwerkerschaft und der Architektenkammer ein "Holzbau-Modul" zur Unterbringung von Flüchtlingen entwickelt, das bald Handwerker aus der Region erstellen werden.

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  • Mit vereinten Kräften eine Lösung in der Frage der Flüchtlingsunterbringung gefunden (von links): Kreishandwerksmeister Dieter Laible, Baubürgermeisterin Ulrike Hotz, Obermeister der Zimmerer-Innung Gerd Renz, GMR-Leiter Peter Geier, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Ewald Heinzelmann und Christopher Schenk, Vorsitzender der Architektenkammer Baden-Württemberg, Kammergruppe Reutlingen. 1/2
    Mit vereinten Kräften eine Lösung in der Frage der Flüchtlingsunterbringung gefunden (von links): Kreishandwerksmeister Dieter Laible, Baubürgermeisterin Ulrike Hotz, Obermeister der Zimmerer-Innung Gerd Renz, GMR-Leiter Peter Geier, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Ewald Heinzelmann und Christopher Schenk, Vorsitzender der Architektenkammer Baden-Württemberg, Kammergruppe Reutlingen. Foto: 
  • Seitenansicht eines "Reutlinger Holzbau-Moduls". 2/2
    Seitenansicht eines "Reutlinger Holzbau-Moduls". Foto: 
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Holz sieht allemal besser aus als Blech und ist auch viel wohnlicher als Planen. Und weil die Stadt aus Tradition eng mit der Kreishandwerkerschaft zusammenarbeitet, ist man in Sachen Flüchtlingsunterbringung auf eine neue Idee gekommen. Schließlich, so Baubürgermeisterin Ulrike Hotz, soll kein Flüchtling in ein Zelt kommen. Das Konzept heißt: "Holzbau-Modul", nicht als langfristig angedachte, sondern als "temporäre Lösung", wie der Leiter des Gebäudemanagements Reutlingen (GMR), Peter Geier, gestern erläuterte.

Die Module sind zweigeschossig mit Pultdach und innenliegendem Treppenhaus. Die Bruttogrundfläche betrage etwas über 600 Quadratmeter. Die Zimmer sind jeweils sechs auf drei Meter groß. Insgesamt können je nach Belegung bis zu 48 Personen in den Holzbauten untergebracht werden. Die Elemente kann man - wenn Familien kommen - auch zu einer größeren Einheit zusammenschalten. An sechs Standorten sollen laut Geier die voraussichtlich 16 "Reutlinger Holzbau-Module" in "qualitätsvoller Ausführung" stehen und somit Platz für 800 Flüchtlinge bieten. Die Herstellungskosten pro Gebäude werden mit 720 000 Euro beziffert. Hinzu kommen noch 300 000 Euro an Außenanlagen, Ausstattung und Erschließung.

Sofern der Gemeinderat am kommenden Dienstag die insgesamt zehn Standorte für die Flüchtlingsunterbringung (wir berichteten) absegnet, können für die für die Holzbau-Module vorgesehenen sechs Standorte durch die Architekten die nötigen Baugesuche eingereicht werden. Und dann sind die Zimmerleute gefragt.

Kreishandwerksmeister Dieter Laible sagte, die 54 Zimmererbetriebe im Kreis - mit dabei ist auch Pro Labore - hätten das Potenzial und seien in der Lage, diese Aufträge der Stadt auch zu erfüllen. Dem Obermeister der Zimmerer-Innung, Gerd Renz, käme das durchaus zupass, denn für ihn und seine Kollegen sei gerade im Winter "Saure-Gurken-Zeit".

Für den Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Ewald Heinzelmann, ist dieser "Pool", das "Gemeinschaftswerk" und die "Konzeption" geeignet, Ökologie und Ökonomie zusammenzuführen und Arbeit für die regionale Wirtschaft zu generieren. Somit bräuchte man auch nicht die wenig ansehnlichen und nicht einladenden Blech-Container aus China zu ordern, die mal eiskalt und dann wieder heiß werden.

Der Vorsitzende der Architektenkammer Baden-Württemberg, Kammergruppe Reutlingen, Christopher Schenk, sprach von einem "sozialen Engagement für Menschen", von dem er und seine Baumeister-Kollegen sofort überzeugt gewesen wären. Er bevorzuge im Zusammenhang mit Flüchtlingen aber eher den Terminus "Wohnen" statt "Unterbringen". Mit Holz-Modulen sei man nämlich in dieser Hinsicht schon wesentlich weiter als mit Containern. So könne man schlussendlich auch Akzeptanz erzeugen.

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