Hennen-Rennen ums rote Feuerwehrauto

Das Tonne-Theater spielt "Pettersson, Findus und der Hahn" sogar in zwei Versionen: In- und Outdoor, da sogar mit einem alten Feuerwehrauto.

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Jule Klink (links) und Karen Schultze mit den "Mucklas"-Puppen. Foto: Kathrin Kipp

Findus ist der Kater auf dem Hof von Bauer Pettersson und der Chef der gesamten Hühnerbande. Als Pettersson allerdings den Hahn Caruso vor dem Suppentopf rettet und auf dem Hof integrieren will, gerät die geordnete Welt von Findus aus den Fugen: Die Hennen, die ihm als Alleinunterhalter bisher zu Füßen lagen, stehen Kopf.

Sie haben nur noch Augen für den Hahn. Der Kater wird nicht mehr beachtet und darf nicht mal mehr bestimmen, was gespielt wird. Caruso hat außerdem Zaubertricks auf Lager und geht mit seinem lauten Gekrähe dem Kater mächtig auf den Keks. Findus bleibt nichts anderes übrig, als eine böse Intrige auszuhecken, um den Hahn endlich still zu stellen.

Er fälscht einen Brief, in dem Bauer Petterson das Hähnchen auffordert, nur noch zweimal am Tag zu krähen. In der Fabel geht es also um Machtspielchen, Eifersucht, Toleranz und Verantwortung: Findus benimmt sich wie ein Kind, das ein kleines Geschwisterchen bekommt und plötzlich nicht mehr im Mittelpunkt steht.

Tonne-Dramaturgin Karen Schultze und Jule Klink inszenieren die Bühnenfassung von Regine Oßwald für Kinder ab fünf Jahren. Jule Klink ist Regisseurin und Maskenbauerin, hat zuletzt für das integrative Tonne-Stück "Frida Kahlo" die großen Totenfest-Masken kreiert.

Den Maskenbau hat sie bei einem integrativen Theater in Bremen gelernt (mit dem sie übrigens auch zu Gast beim Kultur-vom-Rande-Festival war), das Maskentheater ist seitdem ihr "Steckenpferd". Sie war außerdem Regieassistentin an der WLB Esslingen. Von dort kennt sie auch den Schauspieler Torsten A. Hoffmann, der gemeinsam mit Stefanie Friedrich und Frank Deesz alle Rollen spielt, auch die der Hühner: Stefanie Friedrichs Huhn Prillan ist voll emanzipiert, Frank Deesz spielt als Henriette das schönste Huhn am Hof und Soffi-Moffi (Hoffmann) wiederum ist das cleverste Chicken.

Die Hühner werden nicht in voller Hühnermontur über die Bühne flattern, Reduktion ist Pflicht bei der eher "kleinen und ruhigen Inszenierung", meint Jule Klink. Sie wollen das Bilderbuch von Sven Nordqvist ja auch nicht eins zu eins auf die Bühne bringen, sondern lieber ihr "eigenes Ding" draus machen. Trotzdem sind die Hühner natürlich als Hühner erkennbar.

Mitspielen dürfen auch die "Mucklas", sonderbare Wesen in skandinavischer Kobold-Tradition, die auf dem Hof in einer Art Parallelwelt leben, das Geschehen kommentieren und allerhand Schabernack treiben.

Jule Klink hat die "Mucklas" als Handpuppen gestaltet. Und so ist auf der Bühne einiges los, es wird gesungen (zwei Hühner- und Kater-Songs von Tierstimmenkomponist Heiner Kondschak), gezaubert und geflirtet, denn die Hühner sind natürlich sofort Feuer und Flamme für den tollen Hahn, bald stellt sich sogar Nachwuchs ein.

Das Besondere an der Tonne-Geschichte aber ist, dass nicht nur indoor gespielt wird, sondern auch draußen: Dafür hat die Tonne einen 50 Jahre alten "Opel Blitz" organisiert, ein ehemaliges Feuerwehrauto, mit dem die Tonne das Stück mobil in jeden Schulhof bringen kann. Die Premiere findet erst einmal drinnen im Spitalhofkeller statt, aber schon im Dezember gehts nach draußen auf den Spitalhof. Bibber Bibber: Das Stück dauert ungefähr eine Stunde.

Aber auf einem Bauernhof ist man ja auch viel draußen und muss sich warm anziehen. Und bei so viel romantischer Tierliebe wirds den kleinen Zuschauern sicherlich auch ganz warm ums Herz.

Premiere, Termine drinnen und draußen, Karten
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